Corona hat Ausgaben der Haushalte stark verschoben

Die durchschnittlichen Verbrauchsausgaben der privaten Haushalte in Österreich sind im ersten coronabedingten Lockdown eingebrochen.

Lagen sie laut Konsumerhebung 2019/20 der Statistik Austria bei durchschnittlich 3.250 Euro pro Monat, so sanken sie während des Stillstands von Mitte März bis Ende Juni 2020 verglichen zum Jahresdurchschnitt um deutliche 13,5 Prozent. Das Durchschnitts-Haushaltseinkommen lag im Erhebungszeitraum bei 4.020 Euro im Monat.

Die privaten Haushalte wendeten laut Erhebung durchschnittlich knapp ein Viertel ihrer monatlichen Ausgaben für Wohnen und Energie auf. Den zweithöchsten Anteil an den monatlichen Ausgaben hat der Verkehr mit 13,9 Prozent, dicht gefolgt von den Aufwendungen für Freizeit, Sport oder Hobbys mit einem Anteil von 13,4 Prozent. Für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke werden im Schnitt 12,1 Prozent der Haushaltsausgaben verwendet.

Weit unter der Zehn-Prozent-Marke finden sich Ausgabenanteile für die Ausstattung der Wohnung (6,7 Prozent), die Konsumation in der Gastronomie (6,0 Prozent), Versicherungen (4,5 Prozent) sowie Bekleidung, Schuhe und den Gesundheitsbereich (jeweils 4,2 Prozent). Anteilsmäßig am geringsten schlagen Ausgaben für Körperpflege (2,4 Prozent), alkoholische Getränke und Tabakwaren (2,3 Prozent), Kommunikation (1,9 Prozent) und private Ausgaben für Bildung (1,2 Prozent) zu Buche.

Im ersten Lockdown im Zuge des gesamten Rückgangs von 13,5 Prozent brachen die Ausgaben für Gastronomie um fast 56 Prozent ein und für Bekleidung und Schuhe um gut 30 Prozent. Die Ausgaben für Ernährung und alkoholfreie Getränke stiegen um knapp 11 Prozent verglichen zum Jahresschnitt. Im Bereich der Ernährung weisen sämtliche Untergruppen durchschnittlich höhere Ausgaben in der Corona-Phase auf. Dieses Plus gegenüber dem Jahresdurchschnitt reicht von 3,4 Prozent bei Brot und Getreideprodukten bis hin zu 16,1 Prozent bei Gemüse.

Anders in der Gastronomie: Ausgaben in Restaurants (-63 Prozent), Cafés (-71,0 Prozent), Fast-Food-Lokalen (-52,6 Prozent) aber auch Kantinen (-61,7 Prozent) liegen von Mitte März bis Mitte Juni 2020 (Erhebungsende) deutlich unter dem Jahresdurchschnitt. Lediglich die Ausgaben für gelieferte Speisen sind in diesem Zeitraum um 44,5 Prozent höher als der Jahresschnitt.

Stark rückläufig entwickelten sich in der ersten Phase der Corona-Pandemie auch Ausgaben für Dienstleistungen und Mobilität. Geringer als im Jahresschnitt fielen etwa die monatlichen Ausgaben für Sport-, Kultur- oder Freizeitveranstaltungen (-41,4 Prozent), Körper- und Schönheitspflege (-38,7 Prozent) und Treibstoff (-32,5 Prozent) aus.

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Ein Plus gegenüber dem Jahresdurchschnitt weisen Ausgaben für pharmazeutische Produkte wie MNS-Masken mit +36,7 Prozent auf. Aber auch Ausgaben für Fahrzeugzugehör (+13,1 Prozent) , Reinigungsmittel (+12,8 Prozent) oder hygienische Papier- und Zellstoffwaren (+4,3 Prozent) sind im Zeitraum März bis Juni 2020 höher.

Verglichen mit den Ergebnissen der Konsumerhebung 2014/15 sind die durchschnittlichen monatlichen Haushaltsausgaben nominell um 8,4 Prozent gestiegen – trotz Coronakrise samt Lockdowns, so die Statistik Austria.

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