Corona-Krise: +130 Prozent Arbeitslosigkeit in Österreichs Hotellerie und Gastronomie

Die Arbeitslosigkeit (Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammen) ist im April in allen Branchen extrem stark angestiegen. Herausragend ist aber der Anstieg in Beherbergung und Gastronomie, wo das Plus zum Vorjahr sogar 130 Prozent betrug. 118.725 Personen waren hier ohne Job. Die Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe wurden zur Eindämmung des Coronavirus Mitte März geschlossen.

Die zweite sehr stark getroffene Branche ist der Bau, wo sich die Zahl der Arbeitslosen auf 37.963 Personen fast verdoppelte (+98 Prozent).

In Verkehr und Lagerei stieg die Arbeitslosigkeit um 84 Prozent auf 31.537 Personen, in der Warenproduktion um 52 Prozent auf 41.353 Personen und im Handel um 49 Prozent auf 75.988 Personen. Auch in der Arbeitskräfteüberlassung gab es um 49 Prozent mehr Arbeitslose, im Gesundheits- und Sozialwesen um 42 Prozent.

Nach Ausbildung gegliedert waren besonders Personen mit Lehrausbildung von Arbeitslosigkeit betroffen, ihre Zahl stieg um 70 Prozent auf 173.002. In absoluten Zahlen am stärksten betroffen ist allerdings die Gruppe mit maximal Pflichtschule, bei ihnen legte die Arbeitslosigkeit um 52 Prozent auf 257.391 Personen zu. Bei Personen mit mittlerer Ausbildung nahm die Arbeitslosigkeit um 55 Prozent zu, in der Gruppe mit höherer Ausbildung um 56 Prozent. Die Arbeitslosigkeit bei Akademikerinnen und Akademikern stieg um 37 Prozent auf 38.705 Personen an.

Bei Personen mit Behinderung legte die Arbeitslosigkeit um 19 Prozent und damit unterdurchschnittlich zu, bei jenen mit sonstigen gesundheitlichen Einschränkungen um 28 Prozent.

Für die extrem stark gestiegene Zahl der Arbeitslosen gibt es deutlich weniger offene Stellen als vor einem Jahr – die Schere öffnet sich also weiter. Die Zahl der sofort verfügbaren offenen Stellen sank um 33 Prozent auf 53.846. Damit kommen rein rechnerisch auf jede offene Stelle mehr als zehn Arbeitslose. Die Zahl der offenen und sofort verfügbaren Lehrstellen ist um knapp ein Viertel auf 4.561 gesunken. Demgegenüber stehen 8.366 Lehrstellensuchende, die sofort verfügbar sind, ein Anstieg um 55 Prozent. Die Lehrstellenlücke, also die Zahl der fehlenden Lehrstellen, beträgt 3.805. Vor einem Jahr gab es noch mehr angebotene Lehrstellen als Suchende.

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