Corona-Krise: Beim LASK rollte der Fußball als erstes Bundesliga-Team wieder

Verpflichtende Masken, vorgegebene Positionsmarkierungen mit entsprechendem Abstand und Gespräche unter freiem Himmel auf dem Rasen des Linzer Stadions – die Rückkehr des Fußballs in der österreichischen Bundesliga offenbarte die neuen Gegebenheiten in Zeiten der Coronakrise. Als erste Mannschaft begann am Montag Tabellenführer LASK mit den Vorbereitungen auf die Wiederaufnahme der Meisterschaft.

Rund 40 Personen (Journalisten, Kamerateam, Techniker) fanden sich am Stadion-Parkplatz ein und wurden vom Pressesprecher in Empfang genommen. Der Klub stellte Masken zur Verfügung, allerdings war der gesamte Tross ohnehin ausgerüstet. Mit Abstand wurde die Gruppe vor die Gästebank an der Seitenoutlinie geleitet, wo einzeln Funktionäre, Trainer und Spieler vor die Mikrofone traten.

Vorfreude und Skepsis beim LASK

Die Stimmung lag zwischen Vorfreude bei Trainer Valerien Ismael und den Spielern sowie unveränderter Skepsis bei Vizepräsident Jürgen Werner. „Wir sind froh, wieder unserer Arbeit nachgehen zu können. Das ist alles eine Umstellung, doch ich finde es gut, so wie es jetzt ist. Ich denke, wir haben gute Lösungen gefunden“, meinte Ismael.

„Großes Kompliment an den Präsidenten und den Verein. Alles, was der Verein hier erreicht hat in dieser Ausnahmesituation, gibt uns ein positives Gefühl“.

Ismael startete am Montagvormittag mit dem Kleingruppen-Training. Er teilte die Mannschaft jeweils in fixe Sechsergruppen mit Spielern aus allen Formationen. Je zwei Verteidiger, Mittelfeldspieler und Stürmer absolvieren die Einheiten, mit Heimtraining haben sich die Profis fit gehalten. „Die Jungs sind so weit fit, ich habe keinen Übergewichtigen gesehen“, meinte der Trainer.

Wie die Saison nun im Detail ausgestaltet wird, darüber machte sich Ismael wenig Gedanken. „In dieser sensiblen Situation denke ich Tag für Tag. Wichtig ist für die Jungs nach fünfeinhalb Wochen, wieder auf dem Platz zu stehen. Wir müssen Schritt für Schritt vorgehen, um dann bereit zu sein“, sagte der Franzose.

Gernot Trauner war ebenfalls froh, dass es mit dem Training wieder los geht. „Wir freuen uns alle, auf dem Platz zu sein. Ich hoffe, dass wir bald wieder das Mannschaftstraining aufnehmen können“, erklärte der Kapitän und gab Einblick in die ungewöhnliche Situation, als die Meisterschaft am 10. März unterbrochen wurde. „Das war, wie wenn man auf Urlaub geht und sich gleichzeitig vorbereitet, falls es weitergeht, ohne zu wissen wann.“

Die Liga hofft, Mitte Mai die Saison fortsetzen zu können. Zuschauer werden nicht zugelassen. Mit einem Geisterspiel hatte der LASK heuer schon einmal wenig Freude, als die Linzer das Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Manchester United vor leeren Tribünen auf der Gugl mit 0:5 verloren. „Das hat sich angefühlt wie ein Testspiel, gleichzeitig ging es um sehr viel“, erinnerte sich Trauner. „Wir müssen uns derzeit damit anfreunden, wir freuen uns, dass wir überhaupt wieder auf dem Platz stehen“, sagte der Verteidiger.

Vorausgegangen waren seit Samstag Tests auf das Coronavirus für die Spieler und das Betreuerteam. Am Freitag hatten Stürmer Joao Klauss und Co-Trainer Andreas Wieland „leicht positive Tests“, wie LASK-Präsident Siegmund Gruber sagte, am Samstag und Sonntag waren aber alle wieder negativ. „Stand gestern sind wir alle nicht infektiös“, betonte Gruber. Durchgeführt wurden die Tests von der Salzburger Firma Novogena, die zwischen acht und zehn Stunden für die Auswertung benötigt.

Nicht nur Freude am Re-Start hat Jürgen Werner. „Ich zähle nach wie vor zu den Skeptikern, dass wir in 14 Tagen eine Mannschaft hinbekommen, die wettbewerbsfähig ist. Wir brauchen sicher auch noch ein Testspiel. Der vorgegebene Plan ist gewagt, doch wir sind darauf vorbereitet. Doch ich sage nochmals, ich habe moralische und ethische Bedenken“, erklärte der Vizepräsident.

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