Corona-Krise: Bodenseekonferenz spricht sich gegen weitere Grenzschließungen aus

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen waren Hauptthemen bei einem Strategiegespräch von Regierungsvertretern der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) am Dienstag in Lochau (Bezirk Bregenz). Es herrschte Einigkeit darüber, dass Grenzschließungen künftig zu vermeiden und die Kooperation über die Grenzen weiter zu stärken seien, so Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) als IBK-Vorsitzender.

Die anwesenden Regierungsvertreter stellten klar, dass sie die gesetzten Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung für angemessen erachteten.

Dennoch seien die Grenzschließungen eine „einschneidende Erfahrung“ gewesen, die man nicht noch einmal machen wolle, hieß es in einer Pressekonferenz nach dem Strategiegespräch. Dementsprechend wolle man sich in der IBK gemeinsam dafür einsetzen, erneute allgemeine Grenzschließungen möglichst zu verhindern. Allfällige Covid-Ausbrüche wolle man regional bekämpfen.

Das gemeinsame Schließen der Grenzen habe funktioniert, „das gemeinsame Öffnen weniger“, so Wallner, da die Nationalstaaten zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich vorgegangen seien. Dies sei keine Schuldzuweisung, betonte er, man solle aber daraus lernen. Aus der Bodenseeregion gehe die dringende Aufforderung an die Nationalstaaten, dass die Regionen in solche Fragen einbezogen werden müssten.

Koordiniertes und gutes Containment wesentlich

Aufgabe der Bodenseeländer sei es im Hinblick auf die Vermeidung von Grenzschließungen, ein koordiniertes und gutes Containment zu betreiben. Dabei soll auch ein in Planung befindliches Konzept für eine grenzüberschreitende Pandemieplanung helfen. Bereits jetzt sei die Pandemiebekämpfung in den IBK-Ländern „fast deckungsgleich“, so Wallner.

Die 1972 gegründete IBK ist ein kooperativer Zusammenschluss der Regierungen der an den Bodensee angrenzenden und mit ihm verbundenen Länder und Kantone. Mitglieder sind in Deutschland Baden-Württemberg und Bayern, in der Schweiz Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St. Gallen, Appenzell-Außerrhoden, Appenzell-Innerrhoden sowie das Fürstentum Liechtenstein und Vorarlberg. Im Kerngebiet der „Regio Bodensee“ wohnen auf rund 14.800 Quadratkilometern etwa 4,1 Millionen Menschen. Vorarlberg hat für das Jahr 2020 turnusmäßig den IBK-Vorsitz inne.

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