Corona-Krise: Ende des Lockdown in Italien mit Preisanstiegen

In Italien ist am Montag eine zweimonatige Lockdown-Phase mit dem Neustart von Kleinhandel, Gastronomie und Tourismus zu Ende gegangen. Doch der Neubeginn vieler Aktivitäten beschert den Konsumenten böse Überraschungen.

Viele Restaurants, Cafes und Friseure haben wegen niedriger Nachfrage und der teuren Sicherheitsvorkehrungen die Preise erhöht.

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Espresso und Cappuccino an der Bar sind in vielen italienischen Städten teurer geworden. Der Konsumentenschutzverband Codacons beklagte Absprachen unter Lokalen, die sich auf Preiserhöhungen geeinigt hätten. „Angesichts geringerer Einnahmen und hoher Kosten für die Desinfizierung der Räumlichkeiten haben viele Restaurantinhaber ihre Preise erhöht“, berichtete der Präsident des Konsumentenschutzverbands Codacons, Carlo Renzi. Konsumenten protestierten auch wegen der höheren Ausgaben bei Friseuren.

Laut Codacons-Verband wird das Ende des Lockdowns für jede italienische Familie zusätzliche Ausgaben in der Größenordnung von 536 Euro bis Jahresende bedeuten. Auch der Tourismussektor, dessen Einnahmen wegen des Lockdowns auf null gefallen sind, könnte in der Sommerzeit die Preise erhöhen. Dies könnte vor allem Hotels betreffen.

Codacons appellierte an Kleinhandel, Gastronomie und Tourismus, die Preise stabil zu halten. Die Gefahr sei ansonsten ein weiterer Konsumrückgang zugunsten von E-Commerce, dessen Preise seit Beginn der Epidemie stabil geblieben seien.

Die italienische Kartellbehörde hat schon in den vergangenen Tagen eine Untersuchung im Großhandel gestartet, um festzustellen, warum seit Ausbruch der Coronavirus-Epidemie die Lebensmittelpreise stark in die Höhe geschossen sind. Die Untersuchung betrifft auch Preiserhöhungen bei Hygiene- und Desinfizierungsmitteln sowie Handschuhen. Unter die Lupe genommen wurden 3.800 Supermärkte der größten Handelsketten, vor allem in Mittel- und Süditalien, die weniger von der Coronavirus-Epidemie betroffen waren. Vor allem bei Landwirtschaftsprodukten seien Preiserhöhungen bis zu 200 Prozent gemeldet worden.

Laut dem Landwirtschaftsverband Coldiretti stiegen die Preise für Gemüseprodukte in den Supermärkten seit Mitte März um durchschnittlich 24 Prozent. Bei Obst kam es zu einem Preisanstieg von 14 Prozent. Die Landwirtschaft hat infolge der Coronavirus-Epidemie Schäden erlitten, da die Nachfrage seitens der Gastronomie komplett weggefallen ist. Hinzu konnten viele Saisonkräfte aus Osteuropa nicht bei der Ernte eingesetzt werden, da sie wegen der Coronavirus-Epidemie Italien nicht erreichen konnten.

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