Corona-Krise entwickelt sich zum Treiber von Cybermobbing

IMAS-Befragte und Experten sehen Anstieg von Beleidigungen im Netz

Cybermobbing und Hassattacken in sozialen Netzwerken — in der Corona-Zeit scheinen sie sich zu häufen, gerade weil aktuell mehr Zeit im Internet verbracht wird.

Dies empfinden auch die in einer IMAS-Studie befragen 602 Männer und Frauen im Alter von 14 bis 50 Jahren so. Demnach wissen auch neun von zehn, was hinter dem Begriff steht, nämlich beleidigen, beschimpfen, belästigen, bloßstellen, etc. in der virtuellen Welt.

87 Prozent nehmen an, dass dies in den vergangenen Jahren sehr deutlich bzw. eher zugenommen hat. Vor allem die Gruppe der jungen Frauen (10 bis 15 Jahre) gilt als besonders gefährdet, sagt IMAS-Chef Paul Eiselsberg.

Bei 22 Prozent der Befragten ist Cybermobbing in den vergangenen zwei Jahren im persönlichen Umfeld vorgekommen. 12 Prozent waren selbst schon Opfer — mehr als die Hälfte davon in den vergangenen zwei Jahren. Sechs von zehn Gemobbten haben darunter sehr oder eher gelitten.

Die Empfindungen decken sich auch mit den Daten der Experten: Vor allem an Schule gebe es einen spürbar starken Anstieg an Fällen, weiß Andreas Girzikovsky, der Leiter der Schulpsychologie OÖ. Mit bis zu 30 Vorkommnissen hat die Abteilung Schulpsychologie jährlich zu tun. Und auch im Spital schlägt sich Cybermobbing nieder.

„Wir sind häufiger mit entsprechenden Hilferufen von Eltern konfrontiert“, sagt, Primar Kurosch Yazdi, Leiter des Klinikzentrum Psychiatrie am Kepler Uniklinikum. Er geht auch nach der Pandemie von einem Anstieg aus, „da die Gesellschaft generell vermehrt online kommuniziert“.

Kampagne geht weiter

„Jeder Angriff im Netz ist einer zu viel“, betont Frauenreferentin LH-Stv. Christine Haberlander, die die Studie in Auftrag gegeben hat.

Da sich eine Vielzahl der Attacken gegen Mädchen und Frauen richten, setzt das Frauenland OÖ die Social-Media- und Plakat Kampagne „Cybermobbing sperrt aus./Cybermobbing verletzt./Cybermobbing kann töten. – #Stop Hass im Netz“ fort.

„Wir wollen Betroffene ermutigen, sich Hilfe bei Beratungsstellen oder bei der Polizei zu holen“, sagt Haberlander und appelliert an alle, nicht wegzusehen, sondern mit dem Thema offen umzugehen und es offen anzusprechen.

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