Corona-Krise: Fahrräder im Supermarkt – Fachhandel steigt auf die Barrikaden

Während die Fachhändler ihre Geschäfte auf behördliche Anordnung schließen mussten, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, erweiterten einzelne Lebensmittelketten zur Zeit sogar ihr Sortiment im Non-Food – etwa um Gartenmöbel oder Räder. Das hat der Wirtschaftsbund in mehreren Bundesländern am Donnerstag massiv kritisiert, zugleich aber die Leistungen der Lebensmittelversorger gewürdigt.

Unmissverständlich formulierte das die Wirtschaftskammer Steiermark: Deren Präsident Josef Herk appellierte an die Lebensmittelketten zu freiwilligem Verkaufsverzicht im Non-Food-Bereich. Alternativ fordere man eine temporäre gesetzliche Beschränkung.

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Tirols ÖVP-Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl erinnerte daran, dass das Gesundheitsministerium klargestellt habe, dass nur der Verkauf von Produkten erlaubt sei, die der Grundversorgung dienten. “Keine Frage: Die großen Lebensmittelketten sind essenziell zur Sicherstellung der Grundversorgung in Österreich. Wenn aber jetzt unsere Floristen, Fahrrad- oder Elektrohändler mitansehen müssen, wie die geöffneten Lebensmittelketten ihr Sortiment um Blumen, Fahrräder oder Elektronikgeräte erweitern, dann stößt das vielen zurecht sauer auf, berichtete Tirols Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser. Beide wollen rechtliche Schritte nicht ausschließen.

Der Wirtschaftsbund Niederösterreich forderte am Donnerstag namentlich Spar, Rewe, Metro, Hofer und Lidl auf, den Verkauf nicht lebensnotwendiger Non-Food-Artikeln einzustellen. „Für euch ist das nur ‚Zubrot‘, für andere Händler die existenzielle Grundlage“, hieß es in dem Appell. Informationen des Landes-Wirtschaftsbunds zufolge sind gütliche Einigungsversuche bisher gescheitert.

Einzelne Supermärkte praktizierten bereits die freiwillige Einschränkung auf den Verkauf von Lebensmittel. Das sollte für die ganze Branche gelten, finden die Wirtschaftsbündler. Sollte diese Freiwilligkeit oder eine schrittweise Öffnung für den Verkauf solcher Produktgruppen auch in derzeit geschlossenen Handelsbetrieben nicht möglich sein, werden wir uns für temporäre gesetzliche Beschränkung im Sinne eines fairen Wettbewerbs einsetzen”, lautet die Forderung aus der Steiermark.

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