Corona-Krise: Innere Leere macht sich breit

Corona-Pandemie potenziert psychische Probleme – Auf Mutmacher achten

Krisensituationen lösen Verzweiflung und Ohnmacht aus. © Maridav - stock.adobe.com

Auch wenn die ersten schrittweisen Lockerungen ein Lichtblick sind, wird uns die Corona-Pandemie noch lange begleiten. Daher ist es wichtig, auch für das psychische Wohlbefinden zu sorgen, weiß Silvia Breitwieser, die Leiterin der Telefonseelsorge – Notruf 142.

Dort wie auch bei anderen Hotlines ist die Kontaktaufnahme nach der ersten Schockstarre wieder enorm. Manche haben durch den Shutdown geschafft, was ihnen sonst nicht möglich gewesen wäre: einen Gang herunterzuschalten. Andere haben mit der neuen Normalität aber enorm zu kämpfen.

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Laut einer Umfrage des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie wirkten sich die Covid-19-Maßnahmen für 70 Prozent der Psychotherapie-Patienten ausschließlich negativ aus, nur 5,3 Prozent bemerkten ausschließlich Positives.

„Das sind Menschen, die alleine leben und mit der Einsamkeit nicht umgehen können. Auch bei psychisch vorbelasteten Personen, die schon zuvor auf wackeligem Boden standen, potenziert sich ihr Leidenszustand. Die Corona-Krise macht die innerpsychischen und zwischenmenschlichen Bruchstellen sicht- und oft schmerzlich spürbar“, sagt Breitwieser.

Selbstwert im Keller

„Durch den Wegfall der beruflichen Tätigkeit und damit der Anerkennung oder das Gefühl des Nicht-gebraucht-Werdens von Großeltern stehen wir plötzlich ,nackt’ vor uns selber da“, so die Expertin. Innere Leere mache sich breit, der eigene Selbstwert oder auch die bisherige Lebensführung geraten ins Wanken.

Verzweiflung und Ohnmacht seien die Folge. „Wichtig ist es, sich die eigene Handlungsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen, durch die Konzentration auf Dinge, die in der Vergangenheit Kraft gegeben, Mut gemacht oder geholfen haben. Menschen in schwierigen Lebenssituationen bräuchten die Beruhigung und Gewissheit, dass sie diese Situation irgendwann bewältigen können.

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