Corona-Krise: Italiener beklagen steigende Lebensmittelpreise

Die Italiener beklagen steigende Lebensmittelpreise. Nach einer Phase mit Hamsterkäufen und größeren Lücken in den Regalen ist der Umsatz der Lebensmittelbranche weiterhin auf Wachstumskurs. Wegen komplizierterer Transporte und des Ausfalls von Erntehelfern steigen die Preise jedoch, vor allem bei Landwirtschaftsprodukten.

Verbraucher müssen für viele frische Lebensmittel mehr bezahlen. Bei wichtigen Saisonkräften fürs Ernten und Pflanzen sei es zu Ausfällen gekommen, weil vor allem viele osteuropäische Arbeiter infolge der Coronaviruskrise nicht nach Italien einreisen konnten, berichtete der Landwirtschaftsverband Coldiretti.

Auch die Transporte seien wegen der Vorsichtsmaßnahmen aufwendiger geworden.

Laut dem Landwirtschaftsverband stiegen die Preise für Gemüseprodukte in den Supermärkten seit Mitte März um 24 Prozent. Bei Obst kam es einen Preisanstieg von 14 Prozent. Dabei nimmt die Nachfrage der Italiener nach Agrarprodukten zu, die sich in Zeiten des Coronavirus gesünder ernähren wollen.

Landwirtschaftliche Produkte machen 35 Prozent des Lebensmittelkonsums der Italiener aus und generieren im Land einen Umsatz von 85 Mrd. Euro pro Jahr. Die Landwirtschaft hat infolge der Coronavirusepidemie Schäden erlitten, da die Nachfrage seitens der Gastronomie komplett weggefallen ist. Diese wird erst ab dem 1. Juni in Italien neu starten. „Ohne eine robuste Liquiditätsspritze könnten mehrere Landwirtschaftsunternehmen zur Schließung gezwungen sein“, warnte Coldiretti.

Die Lebensmittelbranche ist bisher vom starken Konsumrückgang in Italien verschont geblieben und dürfte laut Schätzung des Handelsverbands Confcommercio 2020 ein Plus von 4,6 Prozent gegenüber 2019 vermelden. Confcommercio rechnet mit einem massiven Konsumeinbruch wegen der Coronaviruskrise in diesem Jahr. Der Konsum wird 2020 nach Schätzungen um acht Prozent sinken. Drei Viertel der Konsumeinbußen entfallen auf die Bereiche Mode, Fahrzeuge, Kultur und Freizeit, Tourismus und Gastronomie.

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