Corona-Krise: Kindergarten-Pädagoginnen klagen über Arbeitsbedingungen

Der Österreichische Berufsverband der Kindergarten-und HortpädagogInnen (ÖDKH) hat am Freitag in einer Aussendung die Arbeitsbedingungen der Pädagoginnen während der Corona-Pandemie beklagt. Diese würden derzeit unter erschwerten und gefährlichen Bedingungen arbeiten, bei den Rahmenbedingungen seien sie aber ausschließlich von der Gunst der Länder, Bürgermeister und Träger abhängig.

Der empfohlene Sicherheitsabstand sei bei der Arbeit mit jüngeren Kindern – von Wickeln über Trösten bis zum Anziehen für den Garten – nicht einzuhalten, so die ÖDKH-Vorsitzende Raphaela Keller. Die Möglichkeiten der Pädagoginnen – weniger als fünf Prozent des Kindergartenpersonals sind Männer – sich zu schützen seien allerdings verbesserungswürdig: Desinfektionsmittel sei „nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit“, Schutzmasken für Eltern nicht vorgeschrieben.

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Dazu komme, dass derzeit wegen der Krise Kindergartenpädagoginnen in der Probezeit gekündigt werden oder für andere Aufgaben eingesetzt. Keller nennt etwa das Kochen in Pensionistenheimen oder Menschen auf der Straße an das Abstandhalten zu erinnern. Unterdessen würden vor allem Privatkindergärten um ihre Existenz fürchten. In Krisenzeiten würden die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen und arbeitsrechtlichen Regelungen Unsicherheit und Druck noch zusätzlich verstärken. Es brauche daher nicht Empfehlungen, sondern „konkrete bundesweite Maßnahmen, die die wichtige Leitung der MitarbeiterInnen in den Elementaren Bildungseinrichtungen anerkennen sowie gesundheitlich möglich machen“, erklärte Keller.

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