Corona-Krise: Kroatien befürchtet schwere Folgen für Tourismus

In Kroatien werden wegen der Coronapandemie schwere Folgen für den Tourismus befürchtet.

Bei den Einnahmen der Tourismusbranche werde mit einem Einbruch von 60 bis 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet, sagte der zuständige Minister Gari Cappelli am Dienstagabend im öffentlich-rechtlichen Fernsehen HRT.


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Am entscheidendsten für die diesjährige Saison wird die Situation im dritten Quartal sein. In der Periode von Juli bis September werden nämlich mehr als 60 Prozent der Jahreseinnahmen gemacht.

Im Vorjahr wurden in diesem Zeitraum rund 6,5 Mrd. Euro eingenommen, wie der Minister erklärte. „Wenn wir das dritte Quartal einholen könnten, dann könnten wir etwa 25 bis 30 Prozent der Vorjahreseinnahmen erreichen“, sagte er laut HRT.

In der Tourismusbranche wird das zweite Quartal (April bis Juni) bereits für verloren erklärt. Es sei schon jetzt klar, dass es im zweiten Quartal praktisch eine Null oder vielleicht lediglich einen geringen Tourismusverkehr geben werde, sagte der Chef der Kroatischen Tourismusgemeinschaft, Kristjan Stanicic.

Die Hoffnungen, wenigstens einen Teil der Saison zu retten, werden somit auf das dritte Quartal gelegt. Als Vorteil wird dabei die Nähe Kroatiens zu den wichtigsten Auslandsmärkten gesehen, gesetzt wird auch auf heimische Gäste.

Seit dem 19. März sind in Kroatien die Hotels und andere Beherbergungsobjekte sowie Gastronomiebetriebe wegen der Coronaepidemie geschlossen.

Die Schließung wurde vorerst für einen Monat vorgeschrieben. Unter den bisherigen Hilfsmaßnahmen wegen der Coronakrise hat die kroatische Regierung bereits einige Maßnahmen für die Tourismusbranche beschlossen, noch weitere werden vorbereitet, hieß es.

Der Tourismus stellt in Kroatien fast ein Fünftel des Bruttoinlandprodukts (BIP). Im Jahr 2019 verzeichnete das Adrialand mit 20,7 Millionen Gästeankünften und 108,6 Millionen Nächtigungen ein Rekordjahr.

Die Einnahmen von ausländischen Touristen lagen im Vorjahr laut Medienberichten über 10,5 Mrd. Euro.

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