Corona-Krise: Norwegen führt Tracking-App ein

Parallel zur Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen hat Norwegen eine Tracking-App zur Eindämmung der Pandemie eingeführt.

„Um zu einem normaleren Leben zurückkehren und das Virus kontrollieren zu können, müssen wir uns alle anstrengen und diese App nutzen“, sagte Regierungschefin Erna Solberg bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

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Die Nutzung der in Norwegen entwickelten App „Smittestopp“ (Infektionsstopp) ist kostenlos und freiwillig. Sie soll den Gesundheitsbehörden einen besseren Überblick über die Ausbreitung des Coronavirus vermitteln. Außerdem sollen Nutzer so erfahren, ob sie Kontakt zu einem Infizierten hatten.

Trotz Datenschutzbedenken werden die Daten zentral erfasst. Die Nutzer bleiben jedoch anonym und ihre Daten werden nach 30 Tagen automatisch gelöscht. Nach Angaben des norwegischen Gesundheitsministeriums entspricht die App europäischen Datenschutzbestimmungen.

Parallel zur Einführung der App soll vermehrt auf das Coronavirus getestet werden. Die Regierung will die Zahl der wöchentlichen Tests bis Ende des Monats von derzeit 30.000 auf 100.000 erhöhen.

Oslo hatte vergangene Woche eine schrittweise Aufhebung der strikten Einschränkungen angekündigt. So sollen die Schulen am 27. April wieder öffnen. Bis Donnerstag wurden in Norwegen nach offiziellen Angaben 6.566 Infektionsfälle und 130 Todesfälle gemeldet.

Auch in andern Ländern wird über eine Corona-App auf freiwilliger Basis diskutiert. Beim Tracking, also Nachverfolgen per Smartphone geht es darum, Kontaktpersonen von Infizierten automatisch zu informieren, damit sie sich in Quarantäne begeben können.

Bisher geben Infizierte ihre Kontaktpersonen beim Gesundheitsamt an, das diese dann informiert. Das gilt aber als vergleichsweise langsam und ungenau.

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