Corona-Krise: Seeleute kommen wegen Maßnahmen nicht mehr von Bord

Rund 100.000 Seeleute auf Handelsschiffen haben wegen der Maßnahmen gegen das Coronavirus einen planmäßigen Crewwechsel verpasst und müssen weiter an Bord Dienst tun.

Viele Häfen rund um den Globus haben Beschränkungen und Regeln erlassen, die eine Einreisesperre oder zumindest eine mehrwöchige Quarantäne für alle Einreisenden umfassen, teilten der Reederverband und die Gewerkschaft Verdi mit.

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Für Seeleute, die nach einer Reise nach Hause wollen, fehlen zudem Flugverbindungen in ihre jeweilige Heimat. Die Crews werden deshalb meist nicht mehr wie gewohnt getauscht, sondern bleiben an Bord.

Die Welt-Schifffahrtskammer und die internationalen Gewerkschaften der Seeleute haben sich in einem gemeinsamen Brief an die Regierungen der G20-Staaten gewandt, um das Problem auf die Tagesordnung zu setzen.

„Die Crewwechsel können aus humanitären Gründen, aber auch aus Gründen der Sicherheit und des Arbeitsrechts nicht auf die lange Bank geschoben werden“, heißt es in dem Schreiben. Das bedeute auch, dass die entsprechende Ablösung zum Schiff kommen kann.

Zudem müsse allen Seeleuten unter Berücksichtigung der allgemeinen Sicherheitsstandards der Landgang ermöglicht werden. Auch die ärztliche Versorgung in den Häfen müsse abgesichert sein; Handelsschiffe haben keinen Arzt an Bord.

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