Corona-Krise: Starker Rückgang bei geringfügigen Jobs

Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist aufgrund der Corona-Krise stark gesunken. Im Mai ging die Anzahl laut dem Wiener Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) um 12,6 Prozent bzw. um 43.909 auf 305.628 zurück. Damit ist ein Beschäftigungsniveau wie vor 10 Jahren erreicht (2011: 307.741). Im April lag das Minus bei 17,8 Prozent und im März bei 21,5 Prozent.

„Die hohen Beschäftigungseinbußen unter geringfügig Beschäftigten treffen vor allem junge Menschen und Frauen“, schreiben die Wifo-Ökonomen Julia Bock-Schappelwein, Ulrike Huemer und Walter Hyll in einem aktuellen Bericht. Der starke Einbruch der Nachfrage nach geringfügig Beschäftigten liege an der Branchenkonzentration, so die Wissenschafter.

2019 arbeitete ein Drittel aller geringfügig Beschäftigten im Handel und im Beherbergungs- und Gaststättenwesen. Die geringfügige Beschäftigung sei eine unbürokratische Möglichkeit eines Zuverdienstes und für die Unternehmen ein flexibles personalpolitisches Instrument, so die Wifo-Ökonomen.

Geringfügig Beschäftigte werden nicht in den offiziellen Zahlen des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger ausgewiesen. Das vereinbarte und bezahlte Bruttoentgelt liegt bei diesen Jobs bei maximal 460,66 Euro pro Monat (sozialversicherungsrechtliche Geringfügigkeitsgrenze 2020) und die Sozialversicherungspflicht ist auf die Unfallversicherung begrenzt. Liegt der Beschäftigte über der Geringfügigkeitsgrenze, muss dieser voll sozialversichert in der Kranken-, Pensions-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung werden.

Aufgrund der Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Handel, in den persönlichen Dienstleistungen und im Gastgewerbe fiel der gesamte Beschäftigungsrückgang in Österreich im Mai laut Wifo mit 4,0 Prozent etwas geringer aus als im April mit 5,0 Prozent und März mit 4,9 Prozent. Für die Wifo-Wissenschafter bleibt aber „die Unsicherheit über die weitere Entwicklung hoch“. Es sei entscheidend, wie sich das Infektionsgeschehen, die Erwartungen der Unternehmen, das Konsumentenverhalten und die Wirkung der Stützungs-und Konjunkturmaßnahmen entwickle.

Wie ist Ihre Meinung?