Corona treibt die Sparquote steil nach oben

In Zeiten der Pandemie geben die Österreicher deutlich weniger Geld aus, so eine Umfrage

Corona drückt auf den Konsum – und wenn, dann wird meist mit Karte bezahlt.

Die Coronakrise hat sich sichtbar darauf ausgewirkt, wie die Österreicher mit Geld umgehen: Sie vermeiden es, Bargeld in die Hand zu nehmen, geben insgesamt weniger Geld aus und konsumieren weniger auf Kredit als früher – dafür wird mehr Geld für schlechte Zeiten zur Seite gelegt, wie eine IMAS-Umfrage im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen zeigt.

Demnach gaben 38 Prozent der 900 Befragten an, sie würden die Coronakrise auch finanziell spüren, etwa ebenso viele geben weniger Geld aus.

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Zurückhaltung wird vor allem beim Konsum erkennbar. Bargeld greift man nicht mehr so gerne an: 36 Prozent bezahlen seltener bar, nur fünf Prozent häufiger. Kontaktloses Bezahlen mit der Debit- oder Kreditkarte nutzen 38 Prozent öfter als früher.

Zugleich sei die Sparquote „wirklich dramatisch nach oben gegangen“, berichtet der Privatkunden-Vorstand der Erste Bank, Thomas Schaufler. Der Sparbetrag liege heuer bei 272 Euro im Monat – im Jahr 2010 waren es noch 165 Euro, die man monatlich zur Seite legte. Für 79 Prozent der Befragten ist das Sparen generell sehr wichtig, wobei für 85 Prozent die finanzielle Absicherung das wichtigste Sparmotiv ist.

Immobilien und Gold in der Krise stark gefragt

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Große Sprünge beim Vermögensaufbau wird man damit aber nicht machen können: „Spätestens jetzt war vielen Kundinnen und Kunden klar: Da wird sich nichts tun auf der Zinsseite“, so Schaufler. Daran werde sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern.

Trotzdem sei das Sparbuch mit 72 Prozent noch immer die beliebteste Ansparform, dicht gefolgt vom Bausparen. Wertpapiere sind immerhin für 34 Prozent ein Thema.

„Wo wir auch eine stark zunehmende Tendenz sehen, ist bei Immobilien, die einfach sehr gefragt sind. Und was sich in den letzten Wochen auch gezeigt hat, ist, dass Gold als Krisenwährung wieder in den Mittelpunkt gerückt ist“, berichtet der Erste Bank-Vorstand. Zwar werfe Gold keine Zinsen oder Dividenden ab, „aber die kriege ich momentan am Sparbuch auch nicht“.

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