Corona-Umsatzminus im Handel beträgt täglich 130 Mio. Euro

Der morgen Dienstag beginnende Lockdown dürfte den Handel pro Tag 130 Mio. Euro Umsatz kosten. Das wäre mehr als im ersten Lockdown im Frühjahr, als das Umsatzminus 110 Mio. Euro täglich betrug, schätzt das Institut für Handel, Absatz und Marketing an der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz. Der Anstieg entsteht dadurch, dass jetzt das stärkere Vor-Weihnachtsgeschäft verloren geht. Bei 17 Schließtagen würde sich der Umsatzverlust auf 2,2 Mrd. Euro brutto summieren.

Offen ist auch noch, was im Anschluss an den Lockdown geschieht, gibt die JKU in einer Aussendung zu bedenken. Es sei zu befürchten, dass am 8. Dezember, traditionell einem der stärksten Einkaufstage des Jahres, „ein Tsunami auf den stationären Einzelhandel einbricht, der de facto nur schwer zu kontrollieren sein wird“. Das Wochenende vor Beginn des Lockdowns habe darauf einen Vorgeschmack geboten. Allerdings scheint es vorerst keinen Plan zu geben, wie nach Ende des Lockdowns weiter vorgegangen wird.

Der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Martin Kocher, schätzt, dass die Schäden rund eine bis 1,5 Mrd. Euro pro Woche ausmachen könnten. Ohne Lockdown wären die Schäden aber noch größer, so der Ökonom im Ö1-Mittagsjournal des ORF-Radio.

„Die Alternativen sind schlechter als das, was jetzt passiert“, sagte Kocher. Die Regierung habe derzeit zum Glück noch Spielraum im Budgetrahmen für weitere Maßnahmen, da für die bisherigen Coronahilfen mehr budgetiert als bisher ausgezahlt wurde. Sollte es aber im Verlauf der Krise zu weiteren Lockdowns kommen, würde das budgetär „sehr, sehr schwierig“ werden, so der IHS-Chef. Eine wichtige Rolle spiele auch, wie der Umsatz-Ersatz genau ausgestaltet sein werde. „Das wissen wir noch nicht genau“, so Kocher.

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