Coronakrise: „Bleib da!“-Bonus soll Pflegekräfte halten

1000-Euro-Bonus soll 24-h-Betreuung sichern

Das Land Niederösterreich hat gemeinsam mit der Wirtschaftskammer 250 Personen aus Rumänien und Bulgarien einfliegen lassen. Nach einer 14-tägigen Quarantäne sollen sie bis zu sechs Wochen lang im Bundesland tätig sein.
Das Land Niederösterreich hat gemeinsam mit der Wirtschaftskammer 250 Personen aus Rumänien und Bulgarien einfliegen lassen. Nach einer 14-tägigen Quarantäne sollen sie bis zu sechs Wochen lang im Bundesland tätig sein. © APA/Fohringer

Mehr Geld für die derzeit in Österreich befindlichen Pflegerinnen und Pfleger soll die Problematik der 24-Stunden-Betreuung entschärfen.

Denn nach Zustimmung des Sozialministeriums — am Mittwoch gibt es dazu noch Videokonferenz mit Gesundheits- und Sozialminister Rudolf Anschober (Grüne) — können die Länder ausländischen Arbeitskräften nun großzügige Boni bezahlen, wenn sich diese entschließen, in Österreich zu bleiben.

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Die Mittel kommen aus dem 100-Millionen-Maßnahmenpaket der Regierung für die Pflege.

„Alle ausländischen Betreuerinnen, die jetzt ihre geplante Heimreise aufschieben, sollen pro Monat 1000 Euro zusätzlich erhalten. Sie leisten Großartiges, dieser ‚Bleib da!‘-Bonus soll das zum Ausdruck bringen“, sagt die zuständige oö. Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ).

Gerade in Oberösterreich hätten die Grenzschließungen im Zuge der Corona-Krise die Situation verschärft, weil ein Großteil der Betreuerinnen aus anderen Ländern kommen. Damit etwa Senioren weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld versorgt werden könnten, soll nun die geplante Sonderprämie die 24-Stunden-Betreuung sichern.

Gegen „Schnellschüsse“ sprach sich die nö. Soziallandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) aus. „Ich bin für eine bundeseinheitliche Lösung“, sagte sie zur APA.

NÖ ließ Pflegerinnen mit der AUA einfliegen

Auf dem Flughafen Wien in Schwechat sind Montagnachmittag 231 vorwiegend weibliche Pflegebetreuer aus Rumänien und Bulgarien angekommen. Sie sollen in der Corona-Krise laut dem Land NÖ und der nö. Wirtschaftskammer einem Mangel bei 24-Stunden-Betreuern vorbauen.

Für die eingeflogenen Betreuerinnen ging es nach der Ankunft mit Autobussen in eine 14-tägige Quarantäne in Niederösterreich. Auf dem Flughafen wurden zuvor Körpertemperaturmessungen vorgenommen. Die 231 Betreuer werden laut Robert Pozdena, WKNÖ-Obmann der Personenbetreuer, überwiegend in NÖ tätig werden. „Zehn bis zwölf“ seien für andere Bundesländer vorgesehen.

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