Coronakrise stärkt Vertrauen in österreichische Marken

Herr und Frau Österreicher schätzen auch in der allgegenwärtigen Coronakrise vor allem eines: Österreich. Die Ländermarke ist bei der Markenstudie der Marketing-Agentur VMLY&R neuerlich auf Platz 1 gelandet. Die Erhebung hat in der Phase des Stillstands ab dem 16. März stattgefunden. Wie in vergangenen Krisen habe sich dabei gezeigt, dass dann österreichische Marken an Bedeutung gewinnen.

Sie werden als besonders vertrauenerweckend wahrgenommen und erzeugen so ein Gefühl der Sicherheit. So haben sich einige Austro-Marken im Vergleich zum Vorjahr in der sogenannten Gesamtmarkenstärke (Differenzierung, Relevanz, Wertschätzung und Vertrautheit) deutlich verbessert.

Trotzdem: Nicht-österreichische Digital- und Technologiemarken sind weiterhin stark geblieben, auch wenn sie heuer etwas nach hinten gerückt sind. So findet sich Google auf Platz 3 des Rankings, Wikipedia auf Platz 6 und WhatsApp auf Platz 10.

Eine Art Revival gab es für Medienmarken. Denn seit langem finden sich mit der Marke Zeit im Bild (Platz 5) und ORF (Platz 8) erstmals wieder zwei Medienmarken unter den Top 10. Auf Platz 2 landete das Österreichische Rotes Kreuz, auf Rang 3 der Diskonter Hofer, auf Platz 7 die Polizei und Lego-Spielzeug auf Stelle 9.

Grundsätzlich kamen heuer systemrelevante Marken wie etwa ÖBB (12.) oder Post (25.) weiter vorne zu liegen als zuletzt. Schwerer taten sich trotz starker Platzierungen hingegen Genussmarken wie Manner (17.) oder Zotter (24.).

“Wenn es Marken schaffen eine echte Beziehung zu den Menschen aufzubauen, dann gehen Mensch und Marke gemeinsam durch dick und dünn”, sagt Sebastian Bayer, Chef von VMLY&R Wien. Nachhaltigkeitsthemen seien auch weiterhin auf dem Vormarsch. Demnach seien Verantwortungsbewusstsein, Vertrauenswürdigkeit und empfundene Nähe Schlüsselfaktoren, um als Marke vorne dabei zu sein.

Auch heuer wurden im BrandAsset Valuator (BAV) 3.200 Teilnehmern mehr als 100 Werthaltungsfragen gestellt, um die großen Entwicklungen in den Einstellungen der österreichischen Bevölkerung abzubilden. Abermals gaben noch mehr Menschen an, dass sie regelmäßig Bio-Produkte kaufen. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier ein Anstieg von 79 auf 83 Prozent zu sehen. 2018 waren es mit 70 Prozent noch deutlich weniger. “Wir sehen, dass sämtliche Aspekte der Nachhaltigkeit immer mehr Raum greifen” sagt Andreas Roitner (VMLY&R Wien Strategiedirektor). “Das führt dazu, dass Marken 2020 nur dann Top-Performer sind, wenn sie die Dimensionen “verantwortungsbewusst” und “vertrauenerweckend” glaubwürdig vermitteln können.”

Auch dass Österreich doch noch eine Skination zu sein scheint, zeigt die Erhebung. Marcel Hirscher ist auch im neuesten Ranking die beliebteste menschliche Marke. Er ist 18., nachdem er voriges Jahr als noch aktiver Sportler 11. war. Hermann Mayer folgt heuer als 27. Auf Platz 31 folgt der Tennisspieler Dominic Thiem. Er ist damit vor der Marke EU platziert, die 32. ist. Die Marke Deutschland ist 63., und somit vor Tirol (80.), Steiermark (69.), Oberösterreich (92.) und Niederösterreich (94.) – aber doch hinter der Stadt Wien (56.).

Wie ist Ihre Meinung?