Coronavirus: Alpinvereine hoffen auf teilweise Hütten-Öffnung ab Mitte Mai

Nach der Lockerung der Coronavirus-Maßnahmen in Österreich sind die großen Alpinvereine zuversichtlich, dass die Hüttensaison im Sommer 2020 trotz SARS-CoV-2 nicht ausfallen wird. „Wir hoffen, dass ein Teil der Hütten Mitte Mai aufsperren kann“, meint Regina Hrbek von den Naturfreunden Österreich, die hierzulande 140 Berghütten und Schutzhäuser betreuen.

Dass es Einschränkungen geben wird, die Hüttenpächter und Bergsteiger und Wanderer gleichermaßen treffen werden, ist den Naturfreunden und dem Österreichischen Alpenverein klar.

„Das wird eine spezielle Saison“, hält Peter Kapelari, Leiter der Abteilung Hütten beim Alpenverein, fest. An besonderen Hygienevorschriften wird kein Weg vorbeiführen, Übernachtungen in Matratzenlagern oder gemeinschaftliches Frühstücken vor dem Aufbruch zu einer Bergtour werden in der gewohnten Form vorerst nicht mehr möglich sind.

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„Wir warten auf die Vorgaben der Regierung und hoffen, dass dabei auf konkrete Vorschläge eingegangen wird, die wir eingebracht haben“, meinte Hrbek im Gespräch mit der APA, die bei den Naturfreunden für Hüttenmanagement zuständig ist. Die für Ende April erwarteten Auflagen sollten jedenfalls „am Berg umsetzbar“ sein. Es sei davon auszugehen, dass man die Schlafplätze reduzieren muss und auch bei der Essenausgabe die Einhaltung des Mindestabstands und weitere Sicherheitsvorkehrungen zu berücksichtigen sind. „Das Frühstück könnte man beispielsweise nach Zeiten gestaffelt in Kleingruppen servieren“, schlägt Hrbek vor. In Matratzenlagern wäre eine Abgrenzung mittels Raumteiler vorstellbar, Mehrbettzimmer könnten an Familienverbände vergeben werden, die in einem gemeinsamen Haushalt leben.

Hüttenpächter werden allerdings nur dann aufsperren, wenn das nicht mit einem unzumutbaren Aufwand verbunden ist und sich der Betrieb wirtschaftlich lohnt. Offen ist auch, ob die Hüttenwirte ausreichend Personal bekommen, das – wie Alpenverein-Experte Kapelari im Gespräch mit der APA unterstreicht – oftmals aus den östlichen Nachbarländern kommt. Ob und inwieweit diesen Menschen die Einreise ermöglicht wird, ist derzeit unklar. Die Politik sollte dabei keine unüberwindbaren Hürden aufbauen, betonte Kapelari. Der Alpenverein, der über 230 Hütten betreibt, glaubt jedenfalls, dass die besonderen Umstände heuer überdurchschnittlich viele Österreicher in die Berge locken könnten. „Wenn der Urlaub im Süden flach fällt, wird der eine oder andere die Schönheit der Berge und der Natur für sich entdecken“, zeigte sich Kapelari überzeugt.

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