Coronavirus – Anschober: Von unserem Ziel noch weit entfernt

Gesundheitsminister Rudolf Anschober © APA/Neubauer

„Wir sind von unserem Ziel noch weit entfernt“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Pressekonferenz der Regierung.

Die Verdoppelungsrate bei den Erkrankungsfällen habe sich zwar von 2,5 Tage vor drei Wochen auf aktuell 5,9 Tage erhöht. Doch auch das ist noch zu hoch. Anschober erläuterte zusätzliche Maßnahmen, die die Regierung am Montag verkündete.

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Die Regierung wird dafür sorgen, dass durch das Coronavirus gefährdete Personen nicht mehr in die Arbeit müssen. Sie können nur noch im Home Office tätig sein, sonst werden sie verpflichtend freigestellt. Den Arbeitgebern wird die Maßnahme abgegolten. Den Menschen mit Vorerkrankungen soll damit bestmöglicher Schutz gewährt werden.


Als weitere Maßnahme kommt die Maskenpflicht in Supermärkten. Anschober kündigte auch an, dass via Erlass vor allem „in Richtung Stoßzeiten“ in Supermärkten erreicht werden soll, dass Abstandsregelungen eingehalten werden. Dazu soll es Bodenmarkierungen sowie „eine gewisse Kontrolle“ geben. Per Erlass wird auch die touristische Nutzung von Hotels eingestellt.

Die nunmehr verpflichtend zu tragenden Nase-Mund-Masken sind laut Anschober dafür geeignet, dass andere nicht angesteckt werden. „Sie haben einen Wirkungszeitraum von vier Stunden“ und dienen dem „Schutz der Kapazitäten in den Spitälern“.

Bei den Tests arbeite die Regierung nach wie vor daran, „dass es einen schrittweisen Ausbau gibt“. Jedoch habe man „da durchaus eine angespannte Situation“. Bei den Antikörpertests mache „die Industrie ganz große Fortschritte“. Diese sollen „in einem überschaubaren Zeithorizont breit“ ausgerollt werden.

Österreich habe „einen großen Lernprozess“ vor sich. Bisher habe man – verglichen mit einem Marathon – „ein paar Kilometer geschafft, aber wir sind vom Ziel noch weit entfernt“. Denn „die schwerste Gesundheitskrise geht in einem besorgniserregendem Tempo voran“.

Die Infektionen müssen „so reduziert werden, dass wir de facto mittelfristig keine Zuwächse mehr haben“. Damit sollen „möglichst die Kapazitätsgrenzen in den Spitälern nicht überschritten werden“.

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