Coronavirus: Antikörpertest von Austro-Forscher nun in Fachjournal

Einen Test, mit dem Antikörper gegen das SARS-CoV-Virus im Blut nachgewiesen werden können, hat der in New York arbeitende österreichische Virologe Florian Krammer bereits Ende März auf dem Preprint-Server „medRxiv“ vorgestellt. Die mittlerweile durch Fachkollegen („Peer-Review“) beurteilte Arbeit ist nun in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ erschienen.

Bei dem Verfahren handelt es sich um einen sogenannten ELISA-Test (Enzyme-linked Immunosorbent Assay). Dabei werden bestimmte Virus-Teile – im Fall von SARS-CoV-2 meist das charakteristische Spike-Protein oder Komponenten davon – als Antigene eingesetzt, auf die Antikörper im Blut reagieren. So können eine überstandene Covid-19-Infektion nachgewiesen und etwaige Spender für eine Behandlung akut Erkrankter mit Blutplasma von Genesenen identifiziert werden.

Der an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York (USA) forschende Krammer und sein Team setzen den Test bereits seit geraumer Zeit am Mount Sinai-Krankenhaus ein. Bisher wurden dort mehr als 250 Akutpatienten mittels Blutplasma-Therapie behandelt, schreiben die Wissenschafter nun in „Nature Medicine“. Seitens des US-Bundesstaates New York und der US-„Food and Drug Administration“ hat das neue Testverfahren eine vorläufige Zulassung erhalten.

Die beteiligten Forscher legen in den Publikationen ihre Herangehensweise offen, damit diese von anderen Laboratorien aufgegriffen werden kann. An der Etablierung des Immuntests in Österreich arbeitet seit Ende März auch ein Team unter der Leitung der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien und der Veterinärmedizinischen Universität (Vetmed) Wien.

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