Coronavirus: Außer am Gaisberg keine Straßensperren in Salzburg

Im Bundesland Salzburg sind vorerst offenbar keine temporären Straßensperren mit Ausnahme des Salzburger Gaisbergs vorgesehen. Der Gaisberg ist bei schönem Wetter ein beliebtes Ausflugsziel vor allem von Bewohnern der Stadt Salzburg.

Am Palmwochenende sind die Auffahrten für den motorisierten Individualverkehr verboten, damit sich nicht zu viele Personen am Gipfelplateau aufhalten.

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Die Straßensperre am Gaisberg diene zum Schutz der Menschen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, informierte die Stadt Salzburg. Am Wochenende werden sich ohnehin viele Radfahrer und Wanderer auf dem Aussichtsberg tummeln. „Aktuell ist bei uns nichts weiteres angedacht“, antwortete ein Sprecher der Stadt am Freitag auf die Frage der APA, ob temporäre „Fußgängerstraßen“ geplant sind.

Die rund 150.000 Einwohner zählende Stadt Salzburg, in der sich derzeit zwangsweise fast keine Touristen aufhalten würden, habe im Gegensatz zu einer 1,9-Millionen-Stadt wie Wien genug Platz. „Es gibt in Salzburg viele Möglichkeiten für Spaziergänge“, erklärte der Sprecher. In enger Abstimmung mit der Polizei werde vor allem bei schönem Wetter verstärkt die Einhaltung der Corona-Maßnahmen wie das Abstandhalten kontrolliert. Man gehe dabei aber mit Fingerspitzengefühl vor.

Die Bürgerliste – Die Grünen in der Stadt Salzburg – plädierte allerdings für temporäre Fußgängerstraßen in der Stadt, damit die Bevölkerung in Zeiten von Corona mehr Platz zum Spaziergehen mit mehr Sicherheitsabstand habe. Stadträtin Martina Berthold schlug vor, diesen Freiraum am Salzach-Kai – vor allem am Ignaz Rieder Kai vom Volksgarten bis zur Karolinenbrücke und vom Makartsteg stadtauswärts – sowie rund um den gesperrten Lehener Park und auf der Elisabethstraße ab der Jahnstraße stadteinwärts zu schaffen.

Keinen Bedarf an Fußgängerstraßen sieht Bürgermeister Alexander Stangassinger für seine Stadt Hallein, die mit gut 21.000 Einwohnern die zweitgrößte Gemeinde Salzburgs ist. „Wir haben erst im Vorjahr die Innenstadt weitläufig verkehrsberuhigt“, sagte er zur APA. Zudem bestehe Hallein zu einem großen Teil aus Ein- oder Zweifamilienhäusern, die ohnedies einen Garten haben, und auch bei den Wohnblocks seien durchwegs größere Grünflächen dabei, sodass die Kinder Freiraum zur Bewegung draußen hätten. Zudem gebe es auch sonst genügend Grün in seiner Gemeinde.

Aus der Bezirkshauptmannschaft St. Johann hieß es, die vom Coronavirus stark betroffenen Gebiete im Pongau seien unter Quarantäne gestellt. Es gebe auch keine stark frequentierten Ausflugsstraßen. Deshalb seien derzeit keine temporären Straßensperren vorgesehen. Das trifft laut Landes-Medienzentrum auch für die übrigen Salzburger Bezirke zu. Im Pinzgau ist Zell am See und Saalbach unter Quarantäne gesetzt.

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