Coronavirus breitet sich in Lateinamerika weiter rasant aus

In Lateinamerika breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. In Chile wurden innerhalb von 24 Stunden fast 5.000 neue Infektionsfälle verzeichnet, ein neuer Höchststand, wie die Gesundheitsbehörden am Montag (Ortszeit) mitteilten.

Auch in Brasilien, dem Land mit der zweithöchsten Zahl an gemeldeten Infektionen weltweit nach den USA, blieb die Lage angespannt.

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Brasilien meldete zuletzt 23.473 Tote, gefolgt von Mexiko mit 7.633 und Peru mit 3.629 Todesfällen. Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer mitunter weitaus höher liegt, weil etwa in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird. In Lateinamerika und der Karibik sind bisher mehr als insgesamt 41.000 Menschen an COVID-19 gestorben, die Zahl der Infizierten wird mit 766.000 angegeben.

In Chile infizierten sich inzwischen auch zwei Minister der Regierung von Präsident Sebastián Pinera mit dem Coronavirus. Energieminister Juan Carlos Jobet und der Minister für öffentliche Arbeiten, Alfredo Moreno, teilten am Montag mit, positiv auf den Erreger getestet worden zu sein. Die Gesamtzahl der verzeichneten Infektionsfälle in Chile stieg um 4.895 auf 73.997. Bei der Eröffnung eines Krankenhauses in der Hauptstadt Santiago sagte der konservative Staatschef, dass das Gesundheitssystem „nahe am Limit“ sei.

In Peru wurden zuletzt mehr als 4.000 neue Infektionen in 24 Stunden gemeldet. Das südamerikanische Land hat damit insgesamt fast 124.000 Infektionen registriert. Die Regierung gab sich dennoch optimistisch. Präsident Martín Vizcarra sagte auf einer Pressekonferenz, er erwarte einen langsamen Rückgang der Neuinfektionen. Am Montag öffneten in Peru erste Wirtschaftszweige wieder. So können dort Friseure jetzt wieder Hausbesuche machen, nachdem sie merh als 70 Tage lang nicht arbeiten durften.

In Ecuador hatten am Montag in mehreren Städten rund 2.000 Menschen gegen die Corona-Beschränkungen und deren wirtschaftliche Folgen protestiert. Die Demonstranten trugen Masken und hielten sich weitgehend an die empfohlenen Abstandsregeln.

Der mexikanische Präsident Andres Manuel Lepez Obrador warnte, dass die durch die Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise 2020 eine Million Arbeitsplätze in Mexiko kosten könnte.

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