Coronavirus: Dekontaminierung wird immer wichtiger

Zumindest vorübergehend hat sich für die ISS Österreich, eine Servicefirma rund um Gebäude, ein kleines Geschäftsfeld vergrößert.

Die Firma verfügt bereits seit einigen Jahren über kleine Dekontaminierungsteams. Diese waren zuletzt immer stärker gefragt, u.a. auch zur Desinfizierung von AUA-Maschinen, Polizeistationen, Bussen usw. Mittlerweile wurde das Spezialteam auf rund 100 Personen ausgebaut.

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Neben Gebäuden geht es nun also auch verstärkt um Fahrzeuge. Eigens geschulte Reinigungs-Experten sind bereits tagtäglich im Einsatz. Sie sind auf Reinigung, Desinfektion und Dekontamination im Zusammenhang mit COVID-19 spezialisiert. Begonnen hat dies ursprünglich am Flughafen Wien, wo das Thema Dekontaminierung mit Vernebelungsmaschinen auch in der Vergangenheit schon öfters aufgetaucht war. Stichwort SARS, Ebola usw.

Die „D-Teams“ sind natürlich besonders in Gesundheitseinrichtungen und Spitälern sowie Evakuierungsflugzeugen der Austrian im Einsatz. Bei Verdachtsfällen oder bestätigten Covid-19-Fällen oder wenn ein Kunde besonders intensive Reinigungen vornehmen möchte.

Um die Verbreitung bzw. Einschleppung des Virus nach Österreich weiter eindämmen zu helfen, hat ISS Österreich gemeinsam mit „Rail Space“ nun an vorläufig zwei Grenzstellen zu Deutschland auch die Desinfektion von Führerständen im Zug-Güterverkehr übernommen.

Bei der Dekontamination werden neben Flächendesinfektionsmittel bzw. Wischdesinfektionen auch Trocken-Vernebler verwendet, womit Räumlichkeiten „ausgeräuchert“ werden. So kann die Desinfektion auch oberhalb der Griffhöhe in sämtliche Ritzen vordringen. Die „D-Teams“ muten in ihrer Ausstattung mit persönlicher Schutzausrüstung, Gummistiefeln, Handschuhen usw. wie Astronauten an.

„Früher war die Dekontamination österreichweit kein Thema, da hatten wir im Flughafenbereich Experten“, sagte Bernd Steinreiber von ISS Österreich am Dienstag im APA-Gespräch. „Nun haben wir auf 80 bis 100 Personen aufgestockt, die das Know-how haben.“ Nicht sicher ist sich Steinreiber, ob dies auch in Zukunft ein größeres Geschäftsfeld sein könnte.

„Die Frage ist: Wie hart trifft es die Wirtschaft und inwiefern wollen sie zusätzliches Geld für so eine Dienstleistung ausgeben?“, erklärte er. Seine Leute sind ganz aktuell auch für eine neue Aufgabe sehr gefragt, so wird für einen Kunden aus der Supermarkt-Industrie ab Mittwoch die Vergabe der von der Regierung vorgeschriebenen Schutzmasken vorgenommen.

Die Dekontaminierung und Desinfektion spielt jedenfalls in diesen Tagen eine entscheidende Rolle, vor allem natürlich im medizinischen Bereich. „So provokant muss ich es sagen: Bei uns fängt es an. Wenn wir keine Dienstleistung in den Spitälern und Pflegeheimen mehr bringen können, dann ist es fast egal, wie gute Arbeit das dortige Personal leistet.“

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