Coronavirus: Finnland könnte zuerst die Schulen wieder öffnen

Finnland deutet erstmals eine Lockerungen der strikten Coronaregelungen an. Der Druck der Wirtschaft auf die Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsidentin Sanna Marin wurde in den vergangenen Wochen immer stärker. Marin stellte am Dienstag Entscheidungen noch diese Woche in Aussicht. Bildungsministerin Li Andersson forderte umgehend als erstes ein Wiederaufsperren der Schulen.

Finnland könnte damit den Beispielen der skandinavischen Länder Dänemark und Norwegen folgen, wo ebenfalls die Kindergärten und Grundschulen bereits aufgesperrt hatten. In mitteleuropäischen Staaten wie Österreich wird hingegen Unternehmen der Vorzug vor Bildungseinrichtungen gegeben.


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Während Anfang Mai in Österreich auch größere Geschäfte wieder öffnen können und auch ein „Hochfahren“ der Gastronomie für Mitte Mai in Aussicht genommen ist, fehlen konkrete Daten für die Bildungseinrichtungen – abgesehen von Abschlussjahrgängen – bisher komplett.

Laut der Kanzleichefin des Gesundheits- und Sozialministeriums, Kirsi Varhila, sollen im Gegenzug für teilweise und vollständige Rücknahmen von Restriktionen die Coronatests massiv ausgeweitet werden, um möglichst viele Krankheitsfälle „aufspüren“ zu können.

In Finnland sind alle Schulen ab der vierten Schulstufe seit März geschlossen und auch der Großteil der jüngsten Schüler erhält Unterricht zuhause. Weiters ist die Hauptstadtregion um Helsinki weitgehend isoliert und der Grenzverkehr mit dem Ausland ist bis auf einige Ausnahmen eingestellt. Die Gastronomie ist geschlossen und die öffentlichen Dienstleistungen eingestellt. Es gilt ein Versammlungsverbot ab zehn Personen.

Diese Maßnahmen gelten vorerst bis 13. Mai. Finnland hat vergleichsweise niedrige Corona-Zahlen. Insgesamt wurden in dem Land bisher knapp 3.900 Menschen positiv auf Covid-19 getestet, davon wurden 2000 als genesen erklärt. 98 Menschen sind in Finnland an der Krankheit bisher gestorben.

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