Coronavirus: Forscher wollen in Ischgl Erkenntnisse gewinnen

Universität Innsbruck startet Tests auf Antikörper

Vom Skigebiet zum Testgebiet: Die an der Medizinischen Universität Innsbruck tätige Virologin Dorothee von Laer hat am Dienstag angekündigt, im mittlerweile geschlossenen und abgeriegelten Wintersport-Eldorado Ischgl (Bezirk Landeck) in der Bevölkerung Untersuchungen auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen das Coronavirus durchführen zu wollen.

Damit sollen, so von Laer, neue Erkenntnisse bezüglich Immunisierung gegen den Erreger, die Dunkelziffer an Fällen sowie bezüglich der faktischen Sterberate gewonnen werden.

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Auf Spur der Dunkelziffer

„Es gibt Schätzungen, dass 50 Prozent der Infektionsfälle asymptomatisch verlaufen. Es gibt eine japanische Arbeit, die sagt, auf einen Symptomatischen kommen neun Asymptomatische“, beschreibt von Laer den Ausgangspunkt der geplanten Erkundung in Ischgl. Asymptomatisch bedeutet dabei, dass Menschen zwar vom Virus erfasst wurden, aber keine entsprechenden Krankheitsbilder entwickeln.

Im Organismus gebildete Antikörper deuten dann aber dennoch auf die Infektion hin. Auf Basis der Testreihe wollen die Innsbrucker Wissenschafter nun herausfinden, wie viele Menschen in Ischgl tatsächlich angesteckt wurden. Unter Einrechnung dieser bisherigen Dunkelziffer sollen dann Ableitungen getroffen werden, wie hoch die tödliche Wirkung des Coronavirus realistisch anzusetzen ist.

„Großteil taucht nicht auf“

Der Gemeindearzt von Ischgl, Andreas Walser, kann sich vorstellen, dass die Zahl der Infizierten in der Region deutlich höher liegt als die bisherigen offiziellen Zahlen: „Der größte Teil wird bei uns nicht auftauchen, weil sie vielleicht eben nur einen kleinen Schnupfen haben, einen Tag oder zwei, und sonst nichts.“ Bisher habe es in Ischgl keinen Todesfall gegeben, sechs bis sieben Einwohner seien erkrankt, davon zwei „ein bisschen ernster“.

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