Coronavirus: Griechenland verlängert Beschränkungen bis 4. Mai

Griechenland hat die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise um eine Woche bis zum 4. Mai verlängert.

Dadurch verzögere sich auch die Umsiedlung hunderter älterer und kranker Flüchtlinge aus den überfüllten Lagern auf den ägäischen Inseln aufs Festland, teilte ein Regierungssprecher am Donnerstag mit.

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Regierungschef Kyriakos Mitsotakis werde nächste Woche über Lockerungen der am 22. März verhängten Ausgangssperre informieren. Die Rückkehr zur Normalität werde langsam und schrittweise im Mai und Juni erfolgen und wöchentlich überprüft, fügte der Sprecher hinzu. Nur wenige Geschäfte haben in Griechenland noch geöffnet, unter anderem Banken, Supermärkte und Restaurants mit Lieferdienst. Die Menschen müssen zudem die Behörden informieren, wenn sie ihre Wohnung aus einem wichtigen Grund verlassen.

Durch die Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen werde sich die Verlegung der Flüchtlinge „leicht verzögern“, sagte der Sprecher. Ursprünglich sollten unter anderem am Samstag 1.500 Menschen aus dem größten Lager auf Lesbos auf das Festland gebracht werden. Die Zahl der Migranten, die verlegt werden, wurde nun nach örtlichen Behördenangaben reduziert.

Die Lage in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln gilt als katastrophal: Dort leben mehr als 36.000 Menschen in Camps, die eigentlich nur für etwas mehr als 6.000 Menschen ausgelegt sind. Bisher wurden in den Lagern auf den Inseln zwar noch keine Corona-Infektionen gemeldet, doch die Angst vor einer Verbreitung des neuartigen Virus wächst.

Griechenland hatte sein Gesundheitssystem nach der Finanzkrise 2010 einem strikten Sparkurs unterworfen. Dennoch ist es dem Land gelungen, die Zahl der Corona-Toten relativ gering zu halten. Nach offiziellen Angaben starben 121 Menschen am Coronavirus, 55 Patienten werden auf Intensivstationen behandelt.

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