Coronavirus: Große Verwirrung in der Causa Ischgl, erster Fall nun am 8. Februar

Der Fall Ischgl wird immer undurchsichtiger. In einer Presseaussendung hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am späten Donnerstagnachmittag die Angaben zur Infektionskette in Ischgl vom Vormittag korrigiert. Demnach habe es einen Eingabefehler gegeben. Die angeblich erste diagnostizierte Corona-Patientin, eine Schweizerin, in Ischgl war demnach erst am 5. März (positiver Test am 9. März/Anm.) und nicht wie am Vormittag verlautbart am 5. Februar im Tiroler Skiort im Paznaun gewesen.

Damit bestünde beim Datum der ersten Positivtestung in Ischgl mit 7. März (ein Barkeeper/Anm.) wieder Übereinstimmung, hieß es in der Aussendung.

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Kurz nach der Aussendung gab die AGES an, dass der „erste gesicherte Corona-Fall“ in Tirol eine einheimische Kellnerin betrifft, die am 8. Februar die ersten Symptome hatte, wie Ingrid Kiefer, Leiterin der Krisenkommunikation der AGES, der APA sagte. Das kam bei der epidemiologischen Abklärung heraus. Bestätigt wurde die Infektion erst im März.

Im Fall der oben erwähnten Schweizerin habe es einen Übertragungsfehler der lokalen Bezirksbehörden gegeben. Hier hätte sich der Eingeber der Daten ins Epidemiologische Meldesystem (EMS) im Monat geirrt, hieß es.

Späte Bestätigung durch PCR-Test

Die späte Bestätigung der Erkrankung der Tirolerin war durch den sogenannten PCR-Test, der direkt nach dem Erbgut von SARS-CoV-2 sucht. „Da kann man auch Wochen nach der Genesung positive Resultate sehen. Hier werden nicht die ansteckungsfähigen Viren nachgewiesen, sondern Virusbestandteile“, erläuterte Kiefer.

Sie betonte, dass die Behörden an Ort und Stelle nichts davon wissen konnten. Auf den Fall der Frau sei man bei der epidemiologischen Abklärung gekommen. Das sei immer „ein Blick in die Vergangenheit“. „Dabei werden bestätigte Fälle kontaktiert und gefragt, wann sie erste Symptome gehabt haben“, erläuterte Kiefer. Damit werden valide Rückschlüsse auf die Infektionskette erhalten. Das sei im Fall der Frau eben bereits am 8. Februar der Fall gewesen.

Keine Kritik an den Behörden

Die Tiroler Behörden wiesen am Donnerstag darauf hin, dass ihre „Fallzahlen“ mit 7. März beginnen. Das betrifft den Barkeeper, der an diesem Tag positiv getestet wurde. Auch die AGES betonte in einer Aussendung am Donnerstagabend, dass der erste laborbestätigte Fall erst zu diesem Zeitpunkt den Behörden bekannt wurde. Zudem wurde bekräftigt, dass während der Pressekonferenz keine Kritik an den lokalen Behörden getätigt wurde.

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