Coronavirus: Italien verlängerte Ausgangsverbote bis Ostermontag

Die italienische Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Corona-Krise bis 13. April, gab Gesundheitsminister Roberto Speranza bekannt.

Die Zahl der bisher insgesamt Infizierten liegt bei über 105.000, und es gibt schon über 12.000 Tote.

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In den vergangenen Tagen hatte sich die Virus-Welle in Italien, das besonders hart von der Covid-19-Krankheit getroffen ist, verlangsamt. Speranza wertete das als erstes Resultat der harten Beschränkungen in der Wirtschaft und für die Menschen. „Doch der Weg, der noch vor uns liegt, wird lang“, mahnte er.


Die Beschränkungen in den Bereichen Wirtschaft und Gesellschaft müssten deswegen aufrechterhalten bleiben. Seit 10. März dürfen sich die Menschen nicht mehr frei bewegen. Die Beschränkungen galten bisher bis 3. April. Schulen und Universitäten sind zu, viele Fabriken ebenfalls.

Im ebenfalls stark von der Pandemie betroffenen Spanien sind binnen 24 Stunden 864 neue Todesfälle gezählt worden – die bisher höchste Zahl, die an einem Tag registriert wurde. Es war bereits der fünfte Tag in Folge mit mehr als 800 Toten. Die Gesamtzahl der Todesopfer kletterte auf 9.053. Allerdings verlangsamt sich die Ausbreitung des Virus den Regierungsangaben zufolge. Am Mittwoch betrug der Anstieg der Infektionen acht Prozent, am Dienstag waren es noch knapp elf Prozent. Die Zahl der landesweit Infizierten stieg auf 102.136 Fälle. Nur in Italien und den USA wurden bisher mehr Infektionen nachgewiesen.

Experten warnen, der hohe Druck auf die intensivmedizinische Betreuung werde noch einige Zeit andauern. Insbesondere in der Hauptstadtregion Madrid sind Krankenhäuser und Leichenhallen überfüllt. Die Region ist mit 3.865 Todesfällen und fast 30.000 Infektionen Spaniens am stärksten betroffenes Gebiet.

Auch im Ballungsraum Paris spitzt sich die Lage in den Spitälern zu. „Wir hatten eine äußerst schwierige Nacht, da wir tatsächlich am Ende unserer Krankenhauskapazitäten sind“, sagte Aurelien Rousseau, Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde Ile de France. „In der Region Paris gibt es 1.200 Intensivbetten. Zurzeit haben wir 2.700 Patienten auf der Intensivstation.“ Man habe die Kapazitäten zwar mehr als verdoppelt, doch man stoße nun an die Grenzen der Möglichkeiten.

Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts weiter an, wenn auch nicht mehr so stark. Bis Mitternacht legte die Zahl der bestätigten Infektionen auf 67.366 zu. Insgesamt seien 732 Menschen infolge einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben. Im Vergleich zum Vortag wurden 5.453 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Todesopfer stieg um 149. Nach den RKI-Zahlen ist die Dynamik der Ausbreitung damit leicht gebremst. Die tägliche Zunahme der Infektionen lag erneut unter zehn Prozent. Mittlerweile sind nach RKI-Zahlen in Deutschland rund 3.800 Personen über 80 Jahre infiziert, die als besondere Risikogruppe gelten. Das Institut erwartet, dass sich die Zahl der Toten stärker erhöhen werde.

Angesichts von Kritik an einer viel zu geringen Zahl von Corona-Tests kündigte die britische Regierung eine Ausweitung an. Zuletzt lag die Kapazität bei 12.750 am Tag, sie soll bis Mitte April verdoppelt werden. Aber auch das wäre im Vergleich etwa zu Deutschland noch wenig. Hochgerechnet auf eine Woche würde das für Großbritannien knapp 180.000 Tests pro Woche bedeuten, Deutschland kommt auf etwa 500.000.

Ungarn meldete am Mittwoch 525 Infizierte, ein Plus von 33 Erkrankungen. 40 Menschen gelten als genesen, 20 Patienten starben bisher an Covid-19. 61 Personen befanden sich in Spitalsquarantäne. Bisher wurden laut den Behörden 15.208 Tests auf SARS-CoV-2 durchgeführt.

Angespannt bleibt die Lage um Kreuzfahrtschiffe mit Covid-19-Patienten, die auf der Suche nach einem Anlegehafen auf den Weltmeeren umherirren. Der Chef der „Zaandam“-Reederei Holland America Line warnte vor weiteren Corona-Toten auf dem Schiff, wenn es nicht bald im US-Staat Florida anlegen darf. Vier Menschen starben bisher an Bord. US-Präsident Donald Trump kündigte eine Entscheidung an. Auf der „Zaandam“ befinden sich rund 450 Passagiere und 600 Besatzungsmitglieder. Bei knapp 200 von ihnen seien grippeähnliche Symptome aufgetreten. Mindestens neun Passagiere wurden positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet.

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