Coronavirus: Kundenschwund bei Tankstellen und Shops hält an

Die Tankstellenbetreiber spüren weiterhin massiv den „Shutdown“ durch die Corona-Krise. Kurzarbeit und Kündigungen sind auch hier die Folge.

„Die Lage wird Tag für Tag dramatischer. Jeder geöffnete Tag bedeutet ein Minus“, so Klaus Brunnbauer, Obmann des Fachverbandes der Tankstellenunternehmen.

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Die Obfrau der Tankstellenbetreiber in Kärnten, Iris Kraiger, beziffert den Umsatzrückgang beim Treibstoff seit Mitte März mit 70 und 80 Prozent. Der Shopumsatz bzw. die Nebengeschäfte sind teilweise komplett eingebrochen, sagte sie zu „orf.at“. Zu den Nebengeschäften gehören die Waschanlagen, deren Betrieb durch das Gesundheitsministerium untersagt wurde, führt Brunnbauer aus.

Der Großteil der Tankstellen werden von Pächtern in Partnerschaft mit den Mineralölkonzernen oder einem Mineralölhändler geführt. Führend ist dabei die oberösterreichische Doppler-Gruppe, die auch mit dem Einzelhandelskonzern Spar kooperiert. Die Gruppe hat die Öffnungszeiten reduziert, ein Teil der Belegschaft wird in Kurzarbeit gehalten, ein weiterer Teil sei – mit Wiedereinstellungszusage – vorerst freigesetzt worden, so Doppler-Geschäftsführer Bernd Zierhut zur APA.

Kurzarbeit ist in der ganzen Branche ein Thema, bestätigt Brunnbauer. Dazu kämen Personalengpässe in Teilen Westösterreichs aufgrund der Quarantänebestimmungen.

Während beim Bedarf von Benzin und Diesel die Mobilitätseinschränkungen voll durchschlagen, gibt es bei Heizöl und Gas (Tankgas, Flaschengas) einen ungebremsten Ansturm, so Zierhut. Grund dafür ist der niedrige Preis. „Wir haben ein Preisniveau wie vor 20 Jahren“, rechnet der Chef der Doppler-Gruppe vor.

Die Zahl der Tankstellen ist in Österreich stabil, allerdings gibt es einen deutlichen Trend hin zu Automatentankstellen und weg von Marken-Stationen. Knapp 2.800 Tankstellen werden österreichweit betrieben, rund die Hälfte davon von den großen Mineralölfirmen.

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