Coronavirus: Lokale und Shops in Italien öffnen wieder

Italien unternimmt ab kommendem Montag weitere Schritte in Richtung Normalität nach der Coronavirus-Pandemie.

So beginnt in den meisten italienischen Regionen die ersehnte „Phase 3“ mit der Wiedereröffnung von Shops, der Gastronomie, der Badeanstalten, sowie von Friseuren und Schönheitssalons. Doch der lang erwartete Neustart steht unter dem Damoklesschwert strenger Vorsichtsmaßnahmen.

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Drastische Abstandsregeln in den Lokalen, strengste Hygienevorschriften, sowie Vorkehrungen zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern erschweren das Leben des Kleinhandels, der ohnehin schon mit einer schweren Konsumkrise konfrontiert ist. Die Gefahr ist, dass am Montag ein Drittel der Shops nicht öffnen wird.

Friseure, Kellner und Kochpersonal müssen während der Arbeit Atemschutz tragen. Jedem Kunden in Bars und Restaurants muss zwei Meter Abstand zugesichert werden. In Restaurants muss der Tisch vorbestellt werden, digitale Zahlungssysteme werden bevorzugt. „Die Phase 3 droht zu einem Albtraum für ganz Italien zu werden. Statt den ersehnten Neustart zu feiern, könnte das Leben kompliziert wie noch nie werden“, kommentierten italienische Medien.

400 Lokale in den traditionsreichsten römischen Lokalvierteln haben beschlossen, am Montag nicht neu zu starten. „Unter diesen Bedingungen ist es einfach nicht möglich. Ein Prozentsatz von Restaurantinhabern wird weiterhin Lieferservice garantieren, das Lokal werden sie jedoch nicht öffnen“, sagte Gianfranco Contini, Inhaber eines Restaurants in Roms Stadtzentrum und Initiator der Bewegung „La voce dei locali di Roma“ (Die Stimme der Lokale Roms), die in den vergangenen Wochen spontan entstanden ist. „ In 90 Prozent der traditionellen Lokale können die geforderten Vorsichtsmaßnahmen nicht umgesetzt werden“, sagte Contini.

Auch in der Lombardei beginnt am Montag eine neue Phase. Befürchtet wird jedoch, dass jedes dritte Geschäft geschlossen bleibt. Arbeitgeber müssen täglich vor Beginn des Dienstes ihren Mitarbeitern die Temperatur abnehmen. Im Mailänder Stadtzentrum kam es am Donnerstag zu einem neuen Protest von Restaurantinhabern, die wegen der neuen Regeln nicht öffnen können und sich daher zu einer Verlängerung der Schließung entschlossen haben.

In dieser schwierigen Situation bereitet sich auch der Vatikan auf eine neue Phase vor. Geplant ist die Wiedereröffnung der großen Papstbasiliken für Gottesdienste. Zumindest bei Festmessen sollen Thermoscanner zum Einsatz kommen.

Ab Montag sind wieder Gottesdienste mit Gläubigen erlaubt, allerdings müssen dabei strenge Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz vor Ansteckungen ergriffen werden. Laut den Regeln, auf die sich die Regierung in Rom mit der italienischen Bischofskonferenz geeinigt hat, soll je nach Größe der Kirche nur eine beschränkte Zahl von Gläubigen Zugang zur Messe haben.

Die Kirchengebäude sollen besonders gründlich gereinigt werden. Gläubige müssen Atemschutz tragen. Am Eingang der Kirche wird Desinfizierungsmittel zur Verfügung gestellt.

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