Coronavirus: Mehr Tote auf Kreuzfahrtschiff vor Florida befürchtet

Der Chef der „Zaandam“-Reederei Holland America Line hat vor weiteren Corona-Toten auf dem Kreuzfahrtschiff gewarnt, wenn dieses nicht bald im US-Staat Florida anlegen darf.

„Vier Gäste sind bereits gestorben, und ich fürchte, dass weitere Leben in Gefahr sind“, schrieb Unternehmenschefs Orlando Ashford in einem Beitrag für die Zeitung „South Florida Sun Sentinel“ am Dienstag.

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Er rief die US-Behörden zu „Mitgefühl“ mit den hunderten Menschen an Bord auf. Zuvor hatte Floridas Gouverneur Ron DeSantis ein Andocken der „Zaandam“ und des Schwesterschiffes „Rotterdam“ im Hafen von Fort Lauderdale abgelehnt. Er sehe die Lage an Bord der „Zaandam“, mit vier Toten und mehreren Corona-Fällen, als „großes, großes Problem“, sagte DeSantis. Er wolle nicht, dass Menschen gerade jetzt im südlichen Florida „abgeladen werden“, die nicht einmal aus Florida stammten. Im Bundesstaat sind bereits mehr als 6.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

Am Dienstagabend schaltete sich US-Präsident Donald Trump in den Fall ein und gab der Reederei Hoffnung: Er versprach, bald mit DeSantis sprechen, um eine Lösung zu finden. „Ich werde tun, was richtig ist. Nicht nur für uns, sondern für die Menschheit“, sagte er auf einer Pressekonferenz.

Um die örtlichen Behörden davon zu überzeugen, die Schiffe andocken zu lassen, legte William Burke, Vizepräsident der Carnival-Gesellschaft, die die Holland-America Line betreibt, am Dienstag einen Aktionsplan vor. Demnach sollen gesunde, symptomfreie Passagiere von Bord gehen und dann mit Charterflügen nach Hause geflogen werden. Kranke Passagiere würden an Bord bleiben und behandelt, bis sie wieder reisefähig sind, sagte Burke. Eine Entscheidung der örtlichen Behörden über das weitere Vorgehen wird für den Donnerstag erwartet.

Vor wenigen Tagen hatte das Schwesterschiff „Rotterdam“, das von San Diego aus losgeschickt worden war, bereits einen Großteil der Passagiere von Bord der „Zaandam“ geholt. Mehrere hundert Menschen in gesundem Zustand hätten vor der Einfahrt in den Panama-Kanal über „Sanitätsgänge“ das Schiff gewechselt, wie die Reederei mitteilte. Außerdem versorgte die „Rotterdam“ die „Zaandam“ mit Lebensmitteln, Personal und Corona-Tests.

An Bord der „Zaandam“ sind nun der Reederei zufolge noch rund 450 Passagiere und 600 Besatzungsmitglieder. Bei knapp 200 von ihnen seien grippe-ähnliche Symptome aufgetreten. Mindestens neun Passagiere wurden positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet.

Die „Zaandam“ war am 7. März in Buenos Aires gestartet und hatte das Kap Horn umfahre. Seit Mitte März sucht sie nach einem Hafen, der ihre Passagiere an Land lässt. Mehrere Häfen in Südamerika verweigerten ihr wegen der Infektionsfälle an Bord die Einfahrt.

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