Coronavirus: Moskauer dürfen wieder ihre Häuser verlassen

Erstmals seit mehr als zwei Monaten haben die Bewohner Moskaus am Dienstag wieder ihre Häuser verlassen dürfen. Bei strahlendem Sonnenschein strömten viele Menschen auf die Straßen der russischen Hauptstadt.

„Es ist ein schöner Tag“, freute sich die 33-jährige Olga Iwanowa über das Ende der strikten Corona-Ausgangssperre. Seit Ende März war in Moskau das Verlassen der Wohnungen nur in dringenden Fällen und mit Passierschein möglich.

Bürgermeister Sergej Sobjanin hatte die Lockerung der Corona-Beschränkungen in der Zwölf-Millionen-Stadt damit begründet, dass die Pandemie sich „nun seit mehreren Wochen langsam abschwächt“. Das Ende der Ausgangssperre wird von mehreren Schutzmaßnahmen begleitet: So muss auf den Straßen eine Atemschutzmaske getragen werden, in öffentlichen Gebäuden und den öffentlichen Transportmitteln sind Maske und Handschuhe Pflicht.

Gemessen an den Infektionszahlen ist Russland derzeit das drittstärkste von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Am Dienstag wurde die Zahl von 6.000 Todesfällen überschritten, wie die Behörden mitteilten. Mehr als 485.000 Menschen haben sich inzwischen mit dem neuartigen Virus infiziert. Epizentrum der Pandemie in Russland ist Moskau, wo fast die Hälfte aller Todesfälle registriert wurde. Allerdings sinkt die Zahl der Neu-Infektionen in der Hauptstadt kontinuierlich.

Die nun vollzogenen Lockerungen stehen auch im Zusammenhang mit der für den 24. Juni geplanten Militärparade zum Gedenken an den Sieg der Sowjets über die Nazis vor 75 Jahren. Die Parade hatte bereits am 9. Mai stattfinden sollen, war aber wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Am 1. Juli soll überdies das im April verschobene Verfassungsreferendum stattfinden, das Staatschef Wladimir Putin ermöglichen soll, bis 2036 an der Macht zu bleiben.

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