Coronavirus: Ö1 stellt „Kulturjournal“ vorübergehend ein

Das Coronavirus sorgt nicht nur auf den Bühnen des Landes für einen Shutdown, auch im Ö1-Radio gibt es ab Montag einen gravierenden Einschnitt für Kulturfans: Das tägliche „Kulturjournal“ legt ab Montag „Coronavirus-bedingt eine Pause ein“.

Wie lange diese Pause dauern soll, war vom ORF auf APA-Anfrage zunächst nicht zu erfahren. Protest kommt postwendend von der IG Autorinnen Autoren.

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Ö1-Chef Martin Bernhofer verwies angesichts der „Kulturjournal“-Pause gegenüber der APA auf die „Grundversorgung mit aktuellen Kulturberichten“ in den Journalen sowie im „Kultur aktuell“-Podcast. Als weitere Maßnahme richtet der Sender ein „Online-Kulturforum als Medien-Kulturraum und Plattform“ ein, auf der sich auch Kulturschaffende – von Ö1-Redakteuren kuratiert – „selbst einbringen“ können sollen.

Das kommende Woche startende Kulturforum soll „eine partizipativ gestaltete, journalistisch begleitete aktuelle Informationsbasis für die Kulturschaffenden, aber auch Informationen und Teilhabe für das Publikum bieten und dazu beitragen, dass die österreichische Kultur in dieser Krise an Aufmerksamkeit und Unterstützung gewinnt“.

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In der Kulturbranche reagiert man bereits darauf: Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren, nennt das neue Format gegenüber der APA „eine Art Selfpublisher-Plattform“. Ein solches Forum könne allerdings „bestenfalls Teilaspekte des Kunst- und Kulturbetriebes abbilden, dessen O-Töne, aber nicht den gesamten Kulturbetrieb und das gesamte Kulturleben“.

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Ein solches Forum könne Ö1 „jederzeit überall einrichten, aber nicht anstelle seines Kulturjournals“. Schließlich könne das Format „schon gar nicht eine fundierte journalistische Kulturberichterstattung ersetzen“.

„Ein katastrophaleres Signal hätte der ORF mit diesem Wechsel von einem redaktionell gründlich durchgearbeiteten Kulturjournal zu einem Mitmachradio gar nicht aussenden können“, empört sich Ruiss. „Die im öffentlichen Leben ohnehin schon eingestellte Kultur wird nun auch im medialen Leben eingestellt. Es ist das exakte Gegenteil von dem, worum sich von Hochkultureinrichtungen bis zu alternativen Veranstaltern und einzelnen Kunst- und Kulturschaffenden derzeit bemühen, ein öffentliches kulturelles Eigenleben auf Audio-, Video-und digitaler Basis zu entwickeln.“

Es gebe derzeit „mehr zu berichten und zu senden denn je, wenn sich auch die Möglichkeiten und Mittel ändern. Aber daran kann es bei einem technisch hochgerüsteten Unternehmen, das zudem öffentlich-rechtlich ist, ja wirklich nicht scheitern“, so Ruiss. „Wir erwarten uns vom ORF ein offensives Vorgehen statt Rückzugsstrategien. Wir erwarten uns den umgehenden Rückzug von diesem Rückzug.“

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