Oö. Kulturbetriebe: Vorbereitung auf mehrere Szenarien

Die Auswirkungen des Coronavirus auf den Kulturbetrieb sind massiv. Das Linzer Landestheater und das Theater Phönix melden einen Großteil ihrer Mitarbeiter ab 1. April für Kurzarbeit an.

Bis wann der Shutdown noch dauern werde, sei derzeit nicht absehbar, hieß es von den oö. Kultureinrichtungen und Veranstaltern bei einem APA-Rundruf. Man bereite sich auf mehrere Szenarien vor.

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Die Regierung hat das Veranstaltungsverbot zuletzt bis 13. April verlängert. Dem Linzer Landestheater bringt jeder Corona-bedingte spielfreie Monat rund eine Million Euro Verlust. Die beiden Häuser – Schauspielhaus und Musiktheater – stehen mit Ausnahme von ein paar wenigen Personen, wie etwa Portier und Haustechnik, leer.

Was die Wiederaufnahme des Spielbetriebs anbelangt, arbeite man aktuell an unterschiedlichsten Szenarien, so Intendant Hermann Schneider. Bei der optimistischen Variante werde nach Ostern mit dem Proben- und ab Ende April mit dem Spielbetrieb begonnen. Das zweite Szenario rechnet mit einem weiteren Monat Verzögerung und der Worts Case sieht einen Neubeginn erst mit nächster Spielzeit im Herbst vor. Das Programm dafür wäre bereits fertig. Man versuche jetzt den Kollateralschaden für 2020/21 so gering wie möglich zu halten. Wie die kommende Spielzeit wirklich ausschaut, könne man aktuell noch nicht sagen und ändere sich beinahe stündlich: „Bis eine Produktion auf die Bühne kommt, gibt es von der Kostümschneiderei bis hin zu den Spielproben viele Schritte, und diese werden in den drei Szenarien alle durchdacht.“

Ähnlich wird im Linzer Theater Phönix geplant: Laut Plan A kann man ab Mai wieder spielen. Plan B beschäftigt sich damit, dass erst nach der Sommerpause wieder Veranstaltungen durchgeführt werden dürfen. Dass es bereits ab 13. April wieder losgehen könnte, sieht Geschäftsführerin Romana Staufer-Hutter „mit großem Fragezeichen“. Sie wünscht sich daher von der Politik Klarheit für Veranstalter, inwieweit das Verbot über die aktuelle Frist hinausgehen werde: „Das kann natürlich nur mit Vorbehalt geschehen, aber das würde uns unglaublich weiterhelfen.“

Bis Juni habe das Theater Phönix rund 90.000 Euro Verlust aufgrund der abgesagten Vorstellungen. Derzeit werde Kurzarbeit ab 1. April vorbereitet. Voraussichtlich werde diese für alle 27 Mitarbeiter beantragt. Es sei aber noch nicht ganz klar, wie der Bund die Unterstützung für Betriebe, die subventioniert werden, regle: „Wir wissen nicht, ob wir AMS-Förderung beziehen können oder etwas für unseren Erlösentgang bekommen – eines brauchen wir jedenfalls.“

Für die LIVA, zu der u.a. der Posthof, das Brucknerhaus und die TipsArena gehören, und die 115 Mitarbeiter beschäftigt, ist Kurzarbeit derzeit kein Thema. „Wir haben lauter Gastspiele und keine Künstler in Verpflichtung und bemühen uns soweit möglich alle Veranstaltungen zu verschieben“, so Sprecher Karl Zabern. Anfangs habe man Veranstaltungen noch auf Juni verschoben – nun sei man bereits vorsichtiger geworden und plane die Ersatztermine ab September. Einen Umsatzverlust wollte Zabern nicht nennen: Das hänge ganz davon ab, was man noch alles verschieben könne, und aktuell würde das auch ganz gut funktionieren.

Vergleichbar wird im Kulturpark Traun „von einem Regierungserlass bis zum nächsten“ gearbeitet. Dazu Geschäftsführerin Brigitte Brunner: „Solange wir die Termine verschieben können, halten sich unsere Verluste in Grenzen.“ Die Mitarbeiter seien daher auch alle beschäftigt und man denke nicht an Kurzarbeit oder andere Maßnahmen.

Inwieweit Besucher das Veranstaltungsangebot dann auch gleich wieder annehmen, „werden wir herausfinden“, so Zabern. Er könne sich vorstellen, dass das Publikum einen gewissen Vorlauf brauche und zuerst noch andere Dinge erledigen müsse. Ähnlich sieht es Brunner: „Die Sehnsucht, seine Zeit draußen mit anderen Leuten zu verbringen, wird groß sein. Es kann aber durchaus ein bisschen dauern, bis man sich wieder zu Großveranstaltungen traut.“

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