Coronavirus: „Pestkreuz“ in den Vatikan gebracht

Ein der Tradition nach wundertätiges „Pestkreuz“, vor dem der Papst am 15. März gebetet hatte, ist von der römischen Kirche San Marcello al Corso in den Vatikan geführt worden.

Er soll am Freitag anlässlich des für 18.00 Uhr geplanten Gebets von Papst Franziskus gegen die Coronavirus-Pandemie auf dem Petersplatz aufgestellt werden.

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Das mittelalterliche Kruzifix wurde im Pestjahr 1522 durch die Stadt Rom getragen. Der Überlieferung nach endete die Seuche, als das Kreuz nach 16-tägigen Prozessionen den Petersdom erreichte. Seitdem beten die Römer vor dem Kreuz, um das Ende von Epidemien zu erbitten.

Der Papst hatte am 15. März auch vor der Marienikone „Salus populi Romani“ in der Basilika Santa Maria Maggiore gebetet. Das byzantinische Bildnis wird von vielen römischen Gläubigen in besonderen Nöten aufgesucht. Die Überlieferung bringt die Ikone mit dem Ende der Pest von 539 in Verbindung. Papst Gregor XVI. besuchte das Tafelbild 1837 während einer Choleraepidemie.

Papst Franziskus will am Freitagabend vor dem Petersdom eine Andacht halten und von den Stufen der vatikanischen Basilika herab den Sondersegen „Urbi et orbi“ spenden.

Der Segen „Urbi et orbi“, „der Stadt und dem Erdkreis“, wird heutzutage sonst nur zu Ostern und Weihnachten gespendet, außerdem unmittelbar nach einer Papstwahl. Die ungewöhnliche Zeremonie auf dem leeren Petersplatz wird in Österreich von ORF III ab 18.00 Uhr live übertragen.

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