Coronavirus: Reger Besucherandrang in Justizanstalt Josefstadt

Seit Montag sind Besuche in den heimischen Gefängnissen wieder erlaubt, die coronabedingt in den vergangenen Wochen ausgesetzt waren.

Einen enormen Andrang hatte dabei die Justizanstalt (JA) Josefstadt zu bewältigen, wo sich bereits um 6.00 Uhr in der Früh Menschenschlangen vor dem Eingangsbereich bildeten.

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Der JA und dem angeschlossenen Landesgericht für Strafsachen war die Herausforderung bewusst, die das Wiederzulassen von Besuchen bedeutet, die nach Ausbruch der Corona-Pandemie gestrichen worden waren.

Man war auf den erwarteten Ansturm gut vorbereitet, hatte im Vorfeld den Sicherheitsdienst verstärkt, Info-Blätter in zahlreichen Sprachen aufgelegt und die ehemalige Portiersloge im Eingangsbereich reaktiviert und sogar verkabelt.

Um 9.20 Uhr war der Bereich vor der Sicherheitsschleuse gut gefüllt, die Häftlingsbesucher passieren müssen, bevor sie in die JA gelassen werden. Die Warteschlange erstreckte sich phasenweise über den Parkplatz vor dem Gerichts- und Anstaltsgebäude bis hin zur Landesgerichtsstraße.

Die Angehörigen, die ihre inhaftierten Verwandten sehen wollten, nachdem das wochenlang nicht möglich war, verhielten sich großteils diszipliniert. Auch beim Security-Check gab es trotz zeitlicher Verzögerungen keine Schwierigkeiten. Nach erfolgter Durchsuchung auf verdächtige Gegenstände wurde bei jedem Besucher noch Fieber gemessen, ehe er den Weg Richtung JA fortsetzen durfte.

An sich hatte das Justizministerium vorgegeben, dass Besuche in den 28 Justizanstalten nur nach telefonischer Voranmeldung erfolgen können. In der JA Josefstadt ist eine Terminvereinbarung aus praktischen Gründen allerdings vorerst nur bei Jugendlichen erforderlich.

Um die Gefahr einer Einschleppung von SARS-CoV-2 hintanzuhalten, dürfen Insassen vorerst nur eine erwachsene Person pro Woche für 30 Minuten empfangen. Ein minderjähriges Kind ist als Begleitung zulässig.

Beim Betreten der JA sind MNS-Masken zu tragen, die Besuchsbereiche wurden im Vorfeld außerdem mit Plexiglasscheiben ausgestattet. Weiter nicht stattfinden können Besuche, die aus Sicherheitsgründen einer Gesprächsüberwachung bedürfen.

„Ich habe meinen Klienten gesagt, dass sie nicht gleich am ersten Tag besuchen gehen sollen. Und die wissen auch, dass derzeit nur einer rein darf“, meinte der viel beschäftigte Strafverteidiger Alexander Philipp, der mehrere Mandanten in der JA Josefstadt betreut. Die Einschränkungen bei den Besuchen hätten sich aber mit Sicherheit noch nicht allgemein herumgesprochen, vermutete Philipp im Gespräch mit der APA.

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