Coronavirus: Reproduktionsrate in Oberösterreich bei 2,7

In Oberösterreich liegt die Reproduktionsrate aktuell bei 2,7 was für LH-Stv. Christine Haberlander (ÖVP) „sehr besorgniserregend“ ist. Zwar ist man optimistisch, die aktuellen Corona-Cluster einzugrenzen, dennoch können weitere Maßnahmen – etwa eine Verschärfung der Maskenpflicht – nicht ausgeschlossen werden.

Derzeit sehe sie die Notwendigkeit nicht, aber man müsse das von Tag zu Tag bewerten, sagte Haberlander in einem Hintergrundgespräch am Freitag. Gemeinsam mit Mitgliedern des Krisenstabs verteidigte sie die Schließung aller Schulen und Kindergärten in fünf Bezirken.

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Sinngemäß hieß es: Der sogenannte „Freikirchen-Cluster“, der aktuell 120 Personen zähle, umfasse rumänische Großfamilien mit bis zu zehn Kindern, die verschiedene Schulen besuchen. Die Betroffenen hätten sich anfangs nicht besonders gut an die Maßnahmen gehalten und die Kontakte der Kinder waren kaum mehr nachzuvollziehen.

„Im Wissen, wie konsequent das Containment läuft, bin ich aber optimistisch, dass wir den Cluster einfangen“, sagte Tilman Königswieser vom Krisenstab des Landes. Carmen Breitwieser, ebenfalls Mitglied des Krisenstabs, betonte, dass man jeden Fall individuell sehen müsste. So gebe es Fälle, wo es keine Schulsperre geben müsse, weil man die Infektionskette geschlossen nachvollziehen und die Betroffenen absondern könne, und andere, in denen das kaum mehr möglich sei – wie eben den aktuellen.

Haberlander betonte die bereits am Donnerstag angekündigte Absicht des Landes, wieder mehr zu testen. Die Kapazitäten sollen auf zwölf fixe Drive-ins und 16 mobile Teams aufgestockt werden, so dass jeder binnen 30 Minuten zu einer Testmöglichkeit kommen könne. Am 1. Juli seien bereits mehr als 1.400 Tests durchgeführt worden. Zudem wolle man auch asymptomatische Patienten testen. „Aber es gibt kein Freitesten“, betonte sie, man bleibe dennoch abgesondert, weil der Test nur eine Momentaufnahme sei und man die Inkubationszeit abwarten müsse. Man solle sich mit einem negativen Test nicht in falscher Sicherheit wiegen. Im Rahmen von Screenings will man künftig auch einen Fokus auf Angehörige von mobilen Diensten legen.

Die Zahl der Erkrankten in Oberösterreich lag am Freitag (Stand 12.00 Uhr) bei 284. Anfang Juni hatte man einen Tiefststand von 17 erreicht gehabt. Dass man sich auf so niedrigem Niveau werde einpendeln können, hält Haberlander aber für „illusorisch“.

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