Coronavirus: Schulen in Ungarn wieder geöffnet, aber kaum Schüler

In Ungarn sind die Schulen mit Abklingen der Corona-Pandemie seit dem 2. Juni wieder geöffnet, doch gibt es kaum Schüler, die die Klassenzimmer bevölkern. Von 1,2 Millionen Schulkindern besuchten gerade mal 30.000 bis 36.000 pro Tag die Schule, berichtete die regierungsnahe Tageszeitung „Magyar Nemzet“ am Freitag unter Berufung auf das Klebelsberg-Zenrum, Ungarns zentrale Schulverwaltung.

Bis Ende dieses Schuljahres beruht die persönliche Anwesenheit im Unterricht auf Freiwilligkeit. Nach Ausbruch der Corona-Pandemie ließ die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban Mitte März alle Schulen und Kindergärten schließen. Das Unterrichtswesen stieg praktisch ohne Vorbereitung auf Homeschooling und digitalen Unterricht um.

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Experten bemängeln, dass vor allem Kinder aus den unteren Schichten weder über die dafür nötige Ausrüstung verfügen noch die entsprechende begleitende Fürsorge der Eltern genießen. Die Kluft zwischen bildungsnahen und -fernen Schichten würde weiter wachsen.

Seit der Wiedereröffnung der Schulen und Kindergärten Anfang des Monats gelten relativ milde Pandemie-Regeln. Das Tragen von Masken ist nicht vorgeschrieben, Abstandsregeln sollen so gut wie möglich eingehalten werden. Veranstaltungen wie etwa zum Schulschluss dürfen nur im kleinen Rahmen stattfinden.

Wegen des schwachen Besuchs von drei bis vier Prozent der Schüler wird derzeit kein strukturierter Unterricht angeboten. Lehrer und Schüler verbringen die Zeit vor allem mit Hausaufgabenbetreuung, individueller und gruppenweiser Nachhilfe sowie Sport, wie „Magyar Nemzet“ schrieb.

In Ungarn waren bis zum Freitag 4.053 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Nur 88 von ihnen sind 19 Jahre alt oder jünger. Die Zahl der akuten Fälle wurde mit 1.051 angegeben, die der Toten mit 555.

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