Coronavirus: Skandinavische Wege aus der Krise

Dänemark will bald Normalzustand – Schweden verschärft Regeln

Die schwedische Königsfamilie trägt der Coronakrise Rechnung: König Carl Gustaf und Königin Silvia (vorne, mit Prinz Daniel und Prinzessin Victoria, von links) bleiben auf ihrem Landsitz. © AFP/Bresciani

Dänemark könnte bald schrittweise von seinen strikten Maßnahmen gegen das Coronavirus abrücken.

Wenn sich die positive Entwicklung fortsetze und die Dänen in den nächsten beiden Wochen weiter so vernünftig gegen die Ausbreitung des Virus vorgingen wie bisher, werde das Land nach Ostern Schritt für Schritt wieder geöffnet, meinte sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.

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Zahlen sagen anderes

Die Maßnahmen zeigten Wirkung, es sehe so aus, dass sich das Virus langsamer als befürchtet im Land verbreite. „Das ist ein Zeichen für vorsichtigen Optimismus“, vermeinte Frederiksen, die Situation in Dänemark im Griff zu haben.

Mit Stand Montagabend waren laut Weltgesundheitsorganisation rund 2400 Dänen mit dem Virus infiziert, 77 Menschen waren gestorben. Entgegen Frederiksens optimistischer Angaben steigen die Zahlen laut WHO-Statistiken aber weiter stark an.

Dies trifft leider auch auf Schweden zu, die Drei-Kronen-Nation verzeichnete zeitgleich rund 3700 Coronafälle und 110 Tote.

Kaputtes System

Schweden hatte, ähnlich Großbritannien, auf ein Aussitzen der Pandemie per Herdenimmunität gesetzt. Aus nämlichen Gründen. Auch Schwedens Gesundheitssystem ist seit Jahren monetär und personell unterversorgt, getestet wird bestenfalls stichprobenartig.

Nun schwenkt Schweden sukzessive auf den mitteleuropäischen Weg ein, auch, weil die Krankenhäuser von Patienten regelrecht gestürmt werden. Soziale Distanz wird zunehmend wichtiger, Versammlungen mit mehr als 50 Personen sind seit dieser Woche verboten, ein sehr später Anfang, aber immerhin.

Mit gutem Beispiel geht hier das schwedische Königspaar voraus. König Carl Gustaf (73) und seine Gattin Silvia (76) leben mittlerweile zurückgezogen auf ihrem Landsitz in Stenhammar und nehmen die „globale Tragödie“ sehr ernst.

Die beiden halten, getreu ihrer Vorbildfunktion, nur mehr mittels Videobotschaften Kontakt zum Rest der Welt, insbesondere der royalen Familie.

Grenzen gehen auf

Auf der Suche nach dringend benötigten Arbeitskräften lockert Norwegen seine in der Corona-Krise verschärften Einreisebeschränkungen. Saisonarbeiter aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sollen an den Grenzen nicht mehr abgewiesen werden, sofern sie in der Land- und Forstwirtschaft, im Gartenbau oder in der Lebensmittelindustrie arbeiten sollen, so das norwegische Justizministerium.

Gemäß den norwegischen Einreisebestimmungen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus müssen diese Personen aber zunächst 14 Tage in Quarantäne bleiben.

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