Coronavirus: Studie mit experimentellem Wirkstoff startet in Wien

An der Medizinischen Universität Wien (MedUni) startet eine klinische Studie mit dem experimentellen Wirkstoff „Solnatide“ des Wiener Biotech-Unternehmens Apeptico. Vom Einsatz erhofft man sich neue Therapiemöglichkeiten bei Covid-19-Patienten mit akutem Lungenversagen. Der Wirkstoff werde bereits bei ersten Wiener Patienten eingesetzt, heißt es am Donnerstag in einer Aussendung der MedUni.

Das synthetische Peptid „Solnatide“ soll die Dichtheit von Membranen im Lungengewebe wiederherstellen und auftretenden Lungenödemen im Zuge von akutem Lungenversagen (ARDS) entgegen wirken.


Eine große Studie zur Wirksamkeit liegt bisher nicht vor. Italien hat das Präparat kürzlich in einem speziellen Programm zur Behandlung schwerkranker Covid-19-Patienten zugelassen.

Laut dem Leiter der Wiener Studie, Markus Zeitlinger, hat sich der Wirkstoff „bereits in klinischen Studien zur Behandlung von Lungenversagen bewährt und steht kurz vor der Zulassung“. In Wien erfolgt der Test nun an insgesamt 40 Teilnehmern, von denen die Hälfte das Medikament verabreicht bekommt, so der Leiter der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie der MedUni: „Sollte der Wirkstoff erfolgreich sein, setzen wir auf ein beschleunigtes Bewilligungsverfahren durch die Zulassungsbehörden.“ Die Studie wird im Rahmen des Förderprogramms „Corona Emergency Call“ von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanziell unterstützt.

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