Coronavirus: Tägliche Opferzahl in Italien erstmals klar rückgängig

Italien meldet erstmals eine klar sinkende Zahl der täglichen Covid-19 Todesopfer. Am Sonntag ist die Zahl der Coronavirus-Toten innerhalb von 24 Stunden um 525 auf insgesamt 15.887 gestiegen, das ist der niedrigste Wert seit dem 19. März. Der Höhepunkt war am 26. März mit einem Rekord von 969 Verstorbenen an einem Tag erreicht worden.

Die Zahl der Infizierten in Italien kletterte von 88.274 auf 91.246, teilte der Zivilschutz mit. Die Zahl der Patienten auf der Intensivstation lag bei 3.997 Personen.

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28.949 Personen befinden sich noch in den italienischen Spitälern. Sowohl die Zahl der Kranken in den Spitälern insgesamt als auch jener auf den Intensivstationen ging zurück.

In der Lombardei, der innerhalb des Landes am stärksten betroffenen Region, wurden 249 Todesopfer an einem Tag gemeldet, wodurch die Zahl der Toten seit Beginn der Epidemie auf 8.905 kletterte. Das ist der niedrigste Anstieg seit mehreren Tagen. Die Zahl der Neuinfizierten sinkt in der Lombardei schrittweise. Zum zweiten Tag infolge sank die Zahl der Patienten auf der Intensivstation auf 1.317 Personen.

Der lombardische Gesundheitsbeauftragte Giulio Gallera sprach von „ermutigenden Zahlen“ vor allem in den schwer betroffenen Städten Bergamo und Brescia, man müsse sich jedoch weiterhin strikt an die Ausgangssperre halten. Einziger Grund zur Sorge sei die Stadt Mailand, in der an einem einzigen Tag 400 neue Infizierte gemeldet wurden.

Die Lombardei hat als erste italienische Region eine Mundschutzpflicht für alle Bürger eingeführt, die ihre Wohnung verlassen. Sollten die Menschen über keine Maske verfügen, müssen sie sich mit einem Schal, oder einem Tuch Nase und Mund bedecken, hieß es in einem Erlass der lombardischen Regierung, die seit Sonntag in Kraft tritt. Apotheken werden kostenlos Atemschutzmasken verteilen. Wegen gegen die Vorschriften verstößt, muss mit einer Strafe von 400 Euro rechnen.

Nach der Lombardei ist nach wie vor die Emilia Romagna die am stärksten betroffene Region, und zwar mit 2.051 Todesopfern, gefolgt vom Piemont mit 1.168 Toten. In Kärntens Nachbarregion Friaul Julisch Venetien starben bisher 154 Personen, die Zahl der Infizierten stieg dort bis Sonntag auf 2.048.

„Die Epidemiekurve beginnt zu sinken. Auch die Zahl der Todesopfer sinkt. Das bezeugt, dass die Ausgangssperre positive Resultate zeigt. Dieses Resultat muss jedoch Tag für Tag verteidigt werden. Wir müssen die Maßnahmen auch in den nächsten Tagen strikt einhalten“, sagte der Präsident von Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut ISS, Silvio Brusaferro.

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