Coronavirus: Temporäre Begegnungszonen in Wien eingerichtet

In Wien sind am Freitag die neuen, temporären Begegnungszonen eingerichtet worden. Sie sollen für mehr Platz für Fußgänger sorgen.

Kundgetan wurden die neuen Verhältnisse mit Schildern an den Zu- und Abfahrten. Ein erster Lokalaugenschein in der Josefstadt zeigte: Sehr groß waren die Unterschiede zum regulären Betrieb vorerst noch nicht.

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Die jüngste Zuwächse in Sachen Begegnungszonen sollen helfen, Begegnungen nach Möglichkeit zu vermeiden – zumindest jene mit geringer Distanz.

Die zuständige Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) führte die baulichen Gegebenheiten der Stadt ins Treffen, als sie die Maßnahme verordnete. Denn in Wien sind viele Gehsteige so schmal, dass der virusbedingte Sicherheitsabstand von einem Meter oft nicht eingehalten werden kann, wenn Personen entgegenkommen.

Während laut Medienberichten sogar Parkbanksitzer von der Polizei bestraft werden, weil Fußgänger in zu geringem Abstand vorbeiflanieren, ist das enge Zusammentreffen auf den Gehsteigen permanent gelebte Praxis.

Nun ist in den betroffenen Straßenzügen vor allem das Ausweichen vor den Mitmenschen einfacher, wie ein Lokalaugenschein der APA in der Florianigasse in der Josefstadt ergeben hat. Zum Flanieren wurde die Fahrbahn zunächst noch wenig genutzt.

Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Gasse am Karfreitagnachmittag ziemlich wenig frequentiert war. Bis auf die Hinweisschilder unterschied sich die Szenerie somit kaum vom üblichen Zustand. Passanten wählten die Gehsteige, Autos konnten weitgehend ohne Einschränkungen fahren.

Lediglich die Geschwindigkeit der meisten – wenn auch nicht aller – Kraftfahrzeuge war gering. Das Limit von 20 km/h wurde dem Anschein nach weitgehend eingehalten.

Dies ermöglichte Fußgängern vor allem ein relativ bequemes Ausweichen auf die Straße, etwa wenn vor einem indischen Restaurant mit Gassenverkauf (und neuem Werbeslogan: „Unsere Curries töten diese Virus!“) Menschen auf ihr Essen warten.

Das ist etwa in der benachbarten Josefstädter Straße schon deutlich schwieriger. Nicht nur sind motorisierte Verkehrsteilnehmer dort deutlich flotter unterwegs, sie können auch auf die Fahrbahn tretenden Menschen schwerer ausweichen, da sie zusätzlich auf die Straßenbahn achtgeben müssen.

Die neuen, bis Anfang Mai befristeten Begegnungszonen gibt es an diesem Wochenende auch schon in der Landstraße, in Ottakring und in Währing. Im Lauf der kommenden Woche kommen weitere in der Leopoldstadt, Wieden, Margareten, Neubau und Favoriten dazu.

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