Coronavirus: Testergebnis von Tiroler Verdachtsfall ging verloren

Die Tiroler Behörden dürften im Umgang mit Corona-Verdachtsfällen streckenweise nachlässig agieren.

Ein 21-jähriger Student, der als offizieller Verdachtsfall gilt und sich mit Symptomen in Richtung Covid-19 seit über einer Woche in häuslicher Quarantäne befindet, muss jetzt nachgetestet werden. Das erste Testergebnis ist nämlich verloren gegangen.

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Der 21-Jährige studiert in Innsbruck. Am 5. März besuchte er eine Vorlesung, an der – wie sich später herausstellte – ein infizierter Kommilitone teilnahm. Mittlerweile sind zwei Infektionen mit SARS-CoV-2 an der betroffenen Studienrichtung bekannt. Von der mit einer Infektion behafteten Lehrveranstaltung erfuhren der 21-Jährige und seine Kollegen am 12. März – zu diesem Zeitpunkt war der junge Mann bereits mit öffentlichen Verkehrsmitteln in seinen Heimatort gefahren, wo bei ihm dann plötzlich Fieber und trockener Husten auftraten. Auf die Verständigung von den Infektionen in seinem Studienlehrgang hin, versuchte er angesichts seiner Symptome umgehend in Kontakt mit der Notfallnummer 1450 zukommen, scheiterte damit aber trotz stundenlanger Bemühungen, wie er der APA schilderte. Versprochene Rückrufe hätten nicht stattgefunden, weshalb er sich schließlich an die zuständige Bezirkshauptmannschaft und das nächstgelegene Krankenhaus wandte.

Am Abend des 12. März kam dann tatsächlich ein Epidemiearzt vorbei und nahm einen Abstrich. „Seither bin ich in meinem Zimmer eingesperrt und warte auf das Ergebnis“, berichtete der Student der APA. Dieses sei ihm zunächst für den folgenden Tag (13. März) angekündigt worden, ehe er mit dem Hinweis, das Ergebnis sei da, müsse aber „ausgewertet“ werden, auf das folgende Wochenende vertröstet wurde. Als er vorgestern, Montag, immer noch nichts hörte, kontaktierte der Bursch die Behörden und bekam zu hören, das Ergebnis sei „nicht da“.

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„Gestern habe ich dann wieder nachgefragt, was ist, und da bin ich seit fünfeinhalb Tagen das erste Mal nach Symptomen gefragt worden“, erzählte der 21-Jährige Mittwochmittag der APA. Die Einhaltung der Quarantänebestimmungen seien nie kontrolliert worden. Als er das Testergebnis einforderte, wurde dem 21-Jährigen laut seinen Angaben beschieden, das könne „auch mal länger dauern“.

Studienkollegen, die gemeinsam mit ihm und einem inzwischen behördlich erfassten Covid-19-Erkrankten im Hörsaal saßen, wären zum Teil nicht einmal aufgefordert worden, sich häuslich abzusondern, legte der Student dar: „Einer ist erst gestern angerufen worden, dass er sich in Quarantäne begeben soll. Zwei Tage, bevor diese abläuft.“

Heute, Mittwoch, habe er dann wieder das Gesundheitsamt angerufen, teilte der Student mit. Da habe man ihm gesagt, es gebe „bisher kein Ergebnis“. „Da war mit klar, es ist verloren gegangen. Als ich das auch gesagt habe, hat es geheißen, es sei nicht aus Innsbruck übermittelt worden.“

Für Mittwochabend sei ihm der zweite Besuch des Epidemiearztes angekündigt worden, der noch einmal einen Abstrich nehmen wird. „Insgesamt finde ich das alles sehr fragwürdig“, meinte der 21-Jährige abschließend. Dessen Gesundheitszustand hat sich inzwischen deutlich gebessert. Sollte er mit dem Coronavirus infiziert gewesen sein, erfährt er davon möglicherweise erst, wenn er sich wieder fit fühlt.

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