Coronavirus – „Unsere klare Bitte ist: Halten Sie durch“

Ausgangsbeschränkungen bis Ostermontag verlängert — Maßnahmen wirken

Optimismus einerseits, dass nämlich die gesetzten Maßnahmen zu greifen beginnen, und Realismus andererseits, dass die Maßnahmen zumindest drei Wochen fortgesetzt werden, demonstrierten am Freitag Vizekanzler Werner Kogler, Kanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (von links). © APA/Fohringer

Aber auch wenn sich — wie Anschober sagte — „ein Silberstreif am Horizont“ zeige, dürfe es jetzt kein Nachlassen im Kampf gegen die Eindämmung des Coronavirus geben.

Deshalb werde das Maßnahmenpaket bis Ostermontag, 13. April, verlängert. Die unmissverständliche Botschaft von Kanzler Kurz an die Bevölkerung: „Das ist ein Marathon. Aber unsere klare Bitte ist: Halten Sie durch“.

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Auch Vizekanzler Werner Kogler stieß in dieses Horn: „Wichtig ist, dass wir die Hoffnung nicht verlieren. Bleiben wir mutig“.

Auch wenn es Anzeichen dafür gebe, dass berechtigte Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus besteht, dürfe man jetzt nicht nachlassen, so der Bundeskanzler. „Wir müssen die Maßnahmen, die wir gesetzt haben, weiter fortsetzen“, sagte Kurz.

Er sei sich völlig „bewusst, dass das viele Entbehrungen bringt, viel Verzicht bedeutet“, und dafür danke er den Österreicherinnen und Österreichern. Kurz: „Wir sind beeindruckt von dem, was Sie leisten“.


Der Kanzler verwies darauf, dass auch andere Staaten mittlerweile ähnliche Maßnahmen wie Österreich setzen würden. Die Zahlen würden beweisen, dass die Schritte auch Wirkung zeigen: So habe man zuletzt weniger als fünf Prozent der Schüler in Betreuung gehabt und der öffentliche Verkehr konnte „massiv reduziert“ werden.

„Wir schaffen das, was wir uns vorgenommen haben: Weniger soziale Kontakte und dadurch auch eine Reduktion der Ansteckungen“, so Kurz.


Und: „Jeder, der die Maßnahmen mitträgt, ist ein Lebensretter“, redete er den Menschen in Bezug auf das Einhalten der Vorgaben ebenso ins Gewissen wie auch Innenminister Karl Nehammer. Er dankte dem „überwiegenden Teil“ der Menschen, dieser habe sich auch bei dem derzeit schönen Wetter an die Vorgaben gehalten.

„Jetzt geht es genau um die fünf Prozent, bei denen die Botschaft noch nicht angekommen ist“, nämlich, dass man „Leben retten muss und kann“. Deswegen achte die Polizei „sehr genau darauf, dass die Bewegungseinschränkungen auch eingehalten werden“.


„In Wahrheit ist es nicht schwer: Ein Meter Abstand, nur dann raus, wenn es unbedingt notwendig ist.“ Und der Innenminister verwies auch auf die hohen Strafen bei Zuwiderhandeln: „Für alle, die glauben, wir nehmen das vielleicht auf die leichte Schulter, wen man dagegen verstößt: Der Strafrahmen ist enorm“ — nämlich bis zu 3600 Euro für Einzelpersonen und bis zu 30.000 Euro für Gastronomiebetriebe, die trotz des Verbotes aufsperren.

Es wäre nämlich, sagte Gesundheitsminister Anschober, jetzt das „Kontraproduktivste“, bei den Maßnahmen nachzulassen. Mehr als 2200 Infektionen gab es mit Stand Freitag früh in Österreich, nach Zuwachsraten von bis zu 40 Prozent habe man das zuletzt auf rund 20 Prozent korrigieren können. „Das ist ein erster Schritt“, aber eben nur ein erster, so der Minister: „Diese Entwicklung reicht uns bei weitem nicht. Wir müssen runterkommen unter zehn Prozent“, Ziel sei ein einstelliger Zuwachs — „oder gar kein Zuwachs mehr“.

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