Coronavirus: Vorarlberg bietet Testungen für Personen ohne Symptome

In Vorarlberg können sich ab sofort auch Personen ohne Symptome auf das Coronavirus testen lassen bzw. einen Antikörpertest absolvieren.

Das hat Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) am Montagvormittag bekannt gegeben. Die Tests sind von den Interessenten selbst zu bezahlen, die Kosten belaufen sich auf 115 bzw. 20 Euro.

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„Es hat immer mehr Anfragen für Testungen von Einzelpersonen ohne Symptome oder für Gruppenscreenings gegeben“, begründete Rüscher diesen Schritt. Anmeldungen für einen PCR-Test – der feststellt, ob akut eine Covid-19-Infektion vorliegt – können unter www.vorarlberg.at/coronatest vorgenommen werden. Die Probenabnahme selbst erfolgt in Röthis (Bezirk Feldkirch). Für einen Antikörpertest muss ein Termin beim Hausarzt vereinbart werden, der Blut abnimmt und alles Weitere in die Wege leitet. Der Antikörpertest zeigt an, ob jemand – möglicherweise unbemerkt – erkrankt war oder nicht. Personen mit Symptomen sollten hingegen unbedingt weiter das bekannte Prozedere einhalten und sich unter der Telefonnummer 1450 melden, bat die Landesrätin.

In Bezug auf die aktuelle Coronavirus-Situation in Vorarlberg sprach Rüscher von konstant niedrigen Neuinfektionszahlen – acht seit 1. Juni -, die den Abbau des Notversorgungszentrums in Dornbirn erlaubten. Auf dem Messegelände in Dornbirn war im April eine Notversorgungsstation mit 200 Betten eingerichtet worden. Die Landesrätin betonte, dass die angekauften Kojen, Möbel, etc. eingelagert werden und bei Bedarf in acht Tagen wieder aufgebaut seien. „Wir haben sehr viel gelernt und sind damit in der Zukunft für viele Katastrophenszenarien gerüstet“, sagte Rüscher. Die für das Notversorgungszentrum angefallenen Kosten bezifferte sie mit 630.000 Euro. In den Vorarlberger Krankenhäusern seien weiter 100 Betten für Covid-19-Patienten reserviert, aktuell befand sich jedoch nur ein Vorarlberger Coronavirus-Patient in Spitalsbehandlung.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) betonte, dass man trotz der positiven Zahlen weiter wachsam bleiben müsse. Es gelte eine zweite Welle möglichst zu vermeiden, ein zweiter Lockdown müsse unter allen Umständen verhindert werden, so der Regierungschef. Dazu brauche es ein sofortiges Erkennen von Neuerkrankungen und Quarantäne der Erkrankten. Das Infektionsteam, das Erkrankungen feststelle und Infektionsketten zu eruieren versuche, werde seine Arbeit jedenfalls bis mindestens Ende 2020 fortführen.

Nach Angaben des Landeshauptmanns ist ein Krisenplan, wie im Falle von regionalen Neuinfektions-Häufungen vorgegangen werden kann, gerade in Ausarbeitung. Details dazu nannte er noch nicht. Es gehe um die Entwicklung eines „Corona-Warndienstes“ nach dem Vorbild des Lawinenwarndienstes mit seinen fünf Stufen, sagte Rüscher. Beim gehäuften Auftreten von Fällen werde es regionale Beschränkungen geben.

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