Coronavirus: Weltweit bereits mehr als 300.000 Todesopfer

Die Zahl an oder mit dem Coronavirus weltweit Verstorbenen hat die Marke von 300.000 erreicht. Von Experten wird aber eine hohe Anzahl weiterer Todesopfer vermutet, wie auch an Infizierten.

Da wurde die Zahl 4,4 Millionen übersprungen. Immer stärker im Focus: Brasilien, die USA und Russland. Dämpfer auch in Italien: Dort wurden im Tagesabstand wieder mehr Tote gezählt.

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In Brasilien, wo Präsident Jair Bolsonaro ebenso wie in den USA Präsident Donald Trump trotz der drastischen Anstiege der Zahlen für Öffnungen bzw. Lockerungen plädiert, steigen die Zahlen weiterhin. Knapp 11.400 Neuinfektionen im 24-Stunden-Vergleich lassen das südamerikanische Land an die Schwelle von 200.000 Infizierten kommen, rund 13.550 sind in Brasilien bisher an oder mit Covid-19 verstorben.

Immer mehr Krankenhäuser haben keine freien Intensivbetten mehr, provisorische Kliniken öffnen. Auf Friedhöfen werden die Leichen in Massengräbern begraben. Trotzdem verfügte Bolsonaro, dass Schönheitssalons, Herrensalons und Fitnessstudios im schönheitsbewussten Brasilien in die Liste der als essenziell eingestuften wirtschaftlichen Aktivitäten aufgenommen werden. Damit stieß er auf den Widerstand von Bürgermeistern und Gouverneuren, unter denen einige einen Lockdown beschlossen haben.

In Russland gab es zwar erstmals seit 3. Mai weniger als 10.000 Neuinfizierte, bei einem Anstieg im Tagesvergleich von 9.974 kann von Entspannung aber keine Rede sein. Mit schon mehr als 252.000 Infizierten liegt Russland hinter den USA – rund 1,4 Millionen – auf Rang zwei des Infizierten-Rankings.

In Russlands Hauptstadt Moskau sollen nun Massentests Aufschluss über den tatsächlichen Verlauf der Pandemie geben. Künftig sollen alle drei Tage 70.000 Bürger eingeladen werden, um sich auf Corona-Antikörper untersuchen zu lassen, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin mit. Durch den Nachweis von Antikörpern im Blut kann nachgewiesen werden, ob jemand mit dem Coronavirus infiziert war und somit immun ist. Die freiwilligen Tests laut Sobjanin das wahre Ausmaß der Infektionen in Moskau zeigen.

Im Schatten der vollzogenen ersten Lockerungen in Spanien und Italien wurden auch in diesen beiden Ländern am Donnerstag höhere Opferzahlen vermeldet. In Spanien ist die Zahl der Toten an einem Tag mit 217 erstmals seit sechs Tagen wieder über 200 gelegen, die Furcht vor einer zweiten Ansteckungswelle im Land ist gegenwärtig. 262 Todesopfer in Italien sind auch da klar mehr als zuletzt. Unabhängig davon wird für Montag in Italien ein Neustart von Kleinhandel, Gastronomie und Tourismus erwartet.

In Großbritannien wächst der Druck auf die Regierung wegen ihres Umgangs mit der Pandemie. Immer mehr in den Fokus rückt dabei die Situation in Pflegeheimen, wo knapp ein Viertel der bisher etwa 40.000 auf Covid-19 zurückgeführten Todesfälle registriert wurden. Kritisiert wird vor allem, dass bis Mitte April Patienten aus Krankenhäusern in Pflegeheime verlegt wurden, ohne vorher standardmäßig auf das Coronavirus getestet worden zu sein. Befürchtet wird, dass die Zahl der Sterbefälle in Pflegeheimen weitaus höher ist als bekannt.

Ein zweiter kritischer Punkt im Pflegebereich ist der des Gesundheits- und Pflegepersonals. Nach einer Zählung des Internationalen Verbands der Pflegekräfte bewegt sich die weltweit mit dem Coronavirus infizierten Mitarbeiter in diesem Bereich auf 100.000 zu. Mehr als 260 von ihnen seien daran verstorben, wobei aber bei weitem nicht aus allen Ländern die Mitgliedsorganisationen ihre Zahlen gemeldet haben. Deshalb sei die wahre Zahl wahrscheinlich deutlich höher, sagte Verbandschef Howard Catton am Donnerstag in Genf.

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