Coronavirus: Werden in Serbien Tote verheimlicht?

Werden in Serbien die wahren Zahlen der Coronavirus-Toten verheimlicht? Die Frage stellt sich seit Montagnachmittag, als das Internetportal Balkaninsight unter Berufung auf die nie veröffentlichten Daten der Regierung berichtete, dass zwischen 19. März und 1. Juni in Serbien 632 mit Coronavirus infizierte Personen gestorben seien. Offiziell war für diese Zeit von 244 Toten die Rede gewesen.

Balkaninsight berichtet weiter, dass es in der vergangenen Woche täglich zwischen 300 und 340 neue Coronafälle in Serbien gegeben hat.

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Offiziell lag der höchste Tageswert bei 97. Die höheren Zahlen seien in einer Tabelle des staatlichen Informationssystems Covid-19 enthalten, die unter dem Titel „Bericht für die Regierung“ geführt wird. Das Internetportal enthüllte nicht, wie es die Einsicht in die Tabelle erhalten hat.

Der staatliche Krisenstab soll laut früheren Ankündigungen im Laufe des Tages einige Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit beschließen. Zuerst sollen Krankenhausbesuche untersagt werden. Die in der Vorwoche steigenden Zahlen der Coronavirus-Infizierten wurden in der Öffentlichkeit vor allem mit zwei jüngsten Sportereignissen – einem Fußballspiel und dem Tennis-Adria-Tour – zu denen Zuschauer zugelassen wurden, in Verbindung gebracht.

Der Bericht folgt auf den Erdrutschsieg der seit 2012 regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) bei der Parlamentswahl am Sonntag. Den bisher veröffentlichten Wahlergebnissen zufolge wird die SNS in dem 250-Sitze-Parlament künftig sogar 191 Abgeordnete haben, der bisherige Juniorpartner, die Sozialisten, kommt auf 32 Sitze. Die neue Partei SPAS wird elf Mandate haben. Die restlichen Sitze entfallen auf vier Parteien und Bündnisse der Volksgruppen.

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