Coronavirus: WHO-Mitgliedstaaten beschließen unabhängige Untersuchung

Die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben eine unabhängige Untersuchung der Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie beschlossen. Bei der Jahrestagung der WHO stimmten die Teilnehmer am Dienstag für eine Resolution, in der eine „unparteiische, unabhängige und umfassende Evaluierung“ der weltweiten Reaktion gefordert wird.

Gegenstand der Untersuchung soll demnach auch die Reaktion der WHO selbst und deren zeitlicher Ablauf sein.

Die Resolution fordert auch, mögliche Impfstoffe und Arzneimittel gegen das neuartige Coronavirus für alle Länder verfügbar zu machen.

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Der WHO war in den vergangenen Wochen von verschiedenen Seiten vorgeworfen worden, zu spät auf das Auftreten des neuartigen Coronavirus in China reagiert zu haben. Insbesondere US-Präsident Donald Trump wirft der WHO „Missmanagement“ in der Corona-Krise und Einseitigkeit zugunsten Chinas vor. Am Montag hatte er die WHO als „Marionette Chinas“ bezeichnet und mit einem dauerhaften Stopp der US-Beitragszahlungen und einem Austritt der USA gedroht.

WHO habe „früh Alarm geschlagen“

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte seine Organisation am Montag noch gegen die Kritik in Schutz genommen. Die WHO habe nach dem Auftreten des Virus „früh Alarm geschlagen“, sagte Tedros vor der Weltgesundheitsversammlung (WHA). Zugleich kündigte er an, „zum frühesten geeigneten Zeitpunkt“ eine unabhängige Untersuchung der weltweiten Reaktion auf die Pandemie in Auftrag zu geben.

Ziel der Untersuchung solle es sein, Lehren aus der Pandemie zu ziehen und Empfehlungen zu geben, um die Welt und die einzelnen Staaten besser gegen künftige Pandemien zu rüsten, sagte der WHO-Generaldirektor.

In der Resolution zur Coronavirus-Pandemie, die nicht bindend ist und kein Land namentlich nennt, fordern die WHO-Mitgliedstaaten nicht nur eine unabhängige Untersuchung, sondern auch eine gemeinsame Antwort auf die Pandemie. Die Länder sollen dabei vor allem sicherstellen, mögliche Impfstoffe und Arzneimittel „transparent, gerecht und rechtzeitig“ für alle verfügbar zu machen.

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