Coronavirus: Zahl der jemals Infizierten stieg über fünf Millionen

Die Zahl der weltweit jemals offiziell mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist am Donnerstag auf mehr als fünf Millionen gestiegen. Die Übersicht der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore wies zudem mehr als 328.000 Corona-Todesopfer auf, das sind gut 6,5 Prozent der Infizierten-Zahl. Unverändert stabil auf niedrigem und entspannterem Niveau bewegen sich indes die Fallzahlen in Österreich.

Angesichts der weltweit schwierigen Entwicklung bezeichnete Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die Lage in Österreich als besonders erfreulich. Innerhalb einer Woche sei die Zahl der aktiv Erkrankten und Hospitalisierten um jeweils 20 Prozent auf 820 bzw. 188 Personen gesunken.

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32 Corona-Patienten waren zu Christi Himmelfahrt in intensiver Krankenhausbehandlung. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden bei 51 Personen Corona-Infektionen festgestellt, die Zahl der Todesopfer blieb bei 633 konstant.


Österreich ist am Donnerstag unter allen Ländern Europas mit mehr als 7.000 Gesamt-Infektionen das einzige Land ohne neu vermeldeten Todesfall gewesen. Von den Neuinfektionen entfielen mit 39 knapp 80 Prozent der Gesamtzahl auf Wien, die Reproduktionszahl in der Bundeshauptstadt wurde vom Innenministerium mit 1,11 angegeben. Niederösterreich liegt mit 1,15 noch darüber, für Gesamt-Österreich bewegt sich der Wert für die vorangegangenen 13 Tage bei 1,06. Ein Infizierter steckt im Schnitt also knapp mehr als eine weitere Person an.

Die Werte für Wien und Niederösterreich über dem Bundesschnitt liegen auch an den gehäuft aufgetretenen positiven Fällen in Postzentren. Wie schon im Logistikzentrum in Hagenbrunn ist das Bundesheer seit Donnerstag, 14.00 Uhr, nun auch in Wien-Inzersdorf im Schicht-Einsatz. Bis Anfang Juni werden 250 Soldaten und Zivilbedienstete u.a. Pakete Sortieren und Lkw beladen und somit an Corona erkrankte Post-Mitarbeiter vertreten. Bei den beiden Cluster-Aufkommen an Erkrankten stehen auch Leihmitarbeiter im Fokus.

Als Österreichs erster Corona-„Hotspot“ gilt Ischgl in Tirol. „Der Standard“ hat nun in seiner Online-Ausgabe berichtet, dass drei Tage nach der ersten Warnung am 8. März aus Island die Dänen Covid-Verdachtsfälle über das Frühwarn- und Reaktionssystem EWRS an Österreich gemeldet hätten. Das Land Tirol bestätigte das per Aussendung am Donnerstag nur zum Teil. Über EWRS haben laut „Standard“ auch Deutschland, Kroatien und Großbritannien Österreich über Fälle in Ischgl und anderen österreichischen Skiorten gewarnt.

Neue Auswertungen anonymisierter Bewegungsdaten – vom Telekomunternehmen A1 und vom Grazer Unternehmen Invenium an den Covid-19-Krisenstab geliefert – zeigen indes, dass die verstärkte Öffnung der Schulen am vergangenen Montag die Mobilität der Österreicher merklich miterhöht hat. Das betrifft auch die Geschäftsöffnungen. Der Effekt der vergangenen Freitag lancierten Gastronomie-Öffnung unter Auflagen hält sich demnach aber noch in Grenzen. Auch der öffentliche Verkehr ist gemäß der Daten weiter im Hintertreffen.

Um die Mobilität in der Sommer- bzw. Urlaubssaison zu erhöhen, will sich Österreich als besonders sicheres Reiseland präsentieren. Dahingehend sollen Tourismusmitarbeiter flächendeckend auf das Virus getestet werden – so viele so oft wie möglich. Die Österreich Werbung (ÖW) verstärkt zudem ihr Marketing und bekommt dafür 40 Millionen Euro. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sprach in diesem Zusammenhang von einem „herausragenden Konzept“, das garantieren soll, dass sich Gäste wohl und sicher fühlen.

In anderen Ländern ist man in vielen Bereichen nicht so weit wie hierzulande, vor allem wegen zum Teil rasant steigender Fallzahlen. Die USA sind mit mehr als 1,55 Mio. Infizierten und mehr als 93.000 Toten weiter Spitzenreiter der Statistik in absoluten Zahlen. In Russland sind mittlerweile mehr als 3.000 Menschen an oder mit Covid-19 verstorben, 8.849 Neu-Infizierte ließen die Gesamtzahl der Fälle im flächenmäßig größten Land der Erde auf 317.554 klettern. Dahinter folgt auf Rang drei Brasilien mit 291.579 bisher Infizierten.

Hier gibt es die aktuell dramatischsten Zuwächse an Infizierten-und Todes-Zahlen. Mit 19.951 Neu-Infizierten war das größte lateinamerikanische Land für ein 24-Stunden-Fenster erstmals an der Schwelle zu 20.000, 888 weitere und damit insgesamt 18.859 Todesopfer waren zu beklagen. Die Stadt Sao Paulo hat mit 5.363 Corona-Toten mehr als China, das ursprüngliche Epizentrum der Pandemie. Inzwischen setzt Brasilien im Kampf gegen das Coronavirus offiziell verstärkt auf die umstrittenen Malaria-Mittel Chloroquin und Hydroxychloroquin.

Peru ist das Land mit der zweithöchsten Zahl an Corona-Infektionen in Lateinamerika. Die Zahl überschritt am Mittwoch die Schwelle von 100.000 Infektionsfällen, mehr als bisher 3.000 Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl von 33 Millionen im Vergleich zu den 210 Millionen Brasiliens ist die Lage in Peru sogar prekärer. In Brasilien gehen Experten allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus. Und auch in Chile stiegen die Zahlen sprunghaft an, gesamt sind es 53.617 Fälle.

Einen seltenen und tragischen Corona-Todesfall hat es indes in Südafrika gegeben. Nach Behördenangaben ist ein zwei Tage altes, mit dem Virus infiziertes Baby gestorben. Wie Gesundheitsminister Zweli Mkhize bekanntgab, handelte es sich um eine Frühgeburt. Das Neugeborene war mit Lungenproblemen auf die Welt gekommen – die Mutter war mit dem Coronavirus infiziert. Corona-Todesfälle von Babys sind äußerst selten. Laut panafrikanischer Gesundheitsbehörde CDC handelt es sich hier um den ersten derartigen Fall in Afrika.

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